Mo, 21. Mai 2018

Nach Razzia in Sbg

30.12.2016 07:33

Terror-Verdacht: Dubiose E-Mails von Tippgeberin

Ein Anschlag in Salzburg zwischen den Feiertagen: Das soll ein Marokkaner (25) geplant haben. Deswegen sitzt er - wie berichtet - in U-Haft. Der Hinweis kam per E-Mail von einer Freundin aus Palästina. Sie hatte ein Gespräch belauscht. Doch wie die "Krone" erfuhr, schrieb sie nun wieder eine Mail. Und weitere brisante Infos tauchten auf ...

Es war eine falsche Anzeige, meint die Palästinenserin nun plötzlich. "Because he wanted to marry" (Übersetzt: Weil er heiraten wollte) soll in der zweiten Mail der Hinweisgeberin stehen. Damit drängt sich die Frage auf: Tat sie es doch nur aus Eifersucht? Oder will sie ihn auf einmal schützen?

Skype-Gespräch mitgehört
Um die Frau zu überprüfen, schlossen sich die Behörden bereits mit jenen aus den palästinensischen Autonomiegebieten zusammen. Eine Antwort steht offenbar noch aus. Wie außerdem bekannt wurde, hatte die "Freundin" bei einem Skype-Gespräch mitgehört. Dabei soll der Terrorverdächtige über die Anschlagspläne gesprochen haben. Am 18. November schrieb sie dann die Warnung per E-Mail. Direkt an die österreichischen Behörden - nicht an jene im Nahen Osten. Welchen Österreich-Bezug sie hat, ist unklar. Die Ermittler halten sich dazu bedeckt.

Wollte Verdächtiger nach Frankreich?
Laut "Krone"-Recherchen hat sich mittlerweile auch ein Bekannter des Verdächtigen anonym bei der Polizei gemeldet. Dessen Aussage nach soll der Marokkaner besonders intelligent sein. Doch in letzter Zeit habe er sich manchmal "seltsam" verhalten, er wirkte nervöser als sonst, soll er mitgeteilt haben. Außerdem soll der Verdächtige wenige Tage vor seiner Festnahme angekündigt haben, nach Frankreich, genauer nach Lyon, zu wollen. Er bekam ja zuvor, wie berichtet, einen negativen Asylbescheid.

"Handys und Laptop werden ausgewertet"
Der Verfassungsschutz ist jedenfalls durch die Mail der Palästinenserin aktiv geworden. Nach mehreren Wochen Observierung wurde der Marokkaner am 19. Dezember in einem Asylheim in Fuschl festgenommen worden. Acht weitere Bewohner wurden mitgenommen und verhört. Die verneinen jegliches Mitwissen. Von der Ersten Staatsanwältin Barbara Fischer heißt es derzeit nur knapp, dass die Ermittlungen "am Laufen" sind: "Drei Handys und ein Laptop werden ausgewertet." Laut informierten Kreisen wurde dafür das Bundeskriminalamt in Wien eingeschaltet. Und: Auf dem Laptop sollen sich "auffällige" Daten befinden. Am 4. Jänner steht noch eine Haftprüfung des Verdächtigen an.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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