So, 27. Mai 2018

"Krone"-Interview

29.12.2016 18:41

Germ will FP-Spitzenkandidat werden

Vor einem knappen Jahr wurde Wolfgang Germ zum Parteiobmann der Freiheitlichen in Klagenfurt gewählt. Der Stadtrat für Entsorgung will nun innerhalb der Partei aufräumen, und sie zurück an die Spitze führen. Im "Krone"-Interview spricht er über den "Kuschelkurs" mit der SPÖ, parteiinterne Kritiker und seine Bewerbung als Spitzenkandidat.

Die "Krone" hat es am Mittwoch berichtet: Die neue Stadtregierung will - anders als die FPÖ - keine personifizierten Geschenke mehr verteilen (siehe Bericht). Wie sehen Sie das?
Ich begrüße das. Heute gewinnt man mit Geschenken und Ankündigungen eh keine Wahlen mehr. Die Leute wollen lieber Ergebnisse sehen.

Sie distanzieren sich also von der FP-Politik von einst?
Das will ich nicht sagen, aber die Politik ist heute eben anders als vor zehn Jahren.

Im Unterschied zu Parteikollegen fallen Sie durch den "Kuschelkurs" zur SPÖ auf - wie bei der geplanten Ansiedelung von Kastner & Öhler neben den City Arkaden. Sie wollten das Projekt mit der SPÖ beschließen. Was steckt da dahinter?
Gar nichts, aber wir sind doch gewählt, um das Beste für die Stadt herauszuholen. Wenn es keine Mehrheit innerhalb der Koalition gibt, sollte die Bürgermeisterin auch den Mut haben, mit der FPÖ zu kooperieren. Mit Kastner & Öhler in der Waaggasse hätten wir etwas Tolles geschaffen. Für Wahlkampf ist doch später Zeit.

Apropo Wahlkampf. Sollten Sie zur Budgetsanierung der Regierung nicht applaudieren, nachdem es die FPÖ vorher nie geschafft hat?
(nickt) Es ist nicht alles schlecht, allerdings haben wir ebenfalls viele Maßnahmen durchführen wollen, die von den Parteien damals blockiert wurden. Außerdem sieht auch die neue Regierung, dass man nicht alles einsparen kann, wie beim Kindergarten Rauscherpark oder bei der Bus-Linie 31. Dann muss die Regierung erst wieder zurückrudern. Auch die Möchtegern-Begegnungszone am Neuen Platz ist ein Beispiel für das Hickhack der Koalition. Da kennt sich jetzt keiner aus.

Sie wollen die FPÖ bei der nächsten Wahl wieder zur Nummer eins machen?
Ja, vor allem geht es mir darum, dass wir unsere Parteibasis wieder viel mehr in die Entscheidungen einbinden. Mit dieser Geschlossenheit wollen wir dann den Bürgermeister stellen.

Und der soll dann - ihrer Meinung nach - Christian Scheider oder Wolfgang Germ heißen?
Das werden wir der Öffentlichkeit im Jahr 2019 sagen, zwei Jahre vor der nächsten Wahl. Da wird unsere Parteibasis entscheiden, wer Spitzenkandidat werden wird. Ich werde mich jedenfalls bewerben.

Sie mussten im heurigen Jahr allerdings eine innerparteiliche Niederlage stecken, als Sie beim Parteitag für die Aufnahme in den Landesparteivorstand kandidiert haben. Sie wurden als Einziger abgelehnt...
(lacht) Ich wusste, dass das Thema jetzt kommt.

Und?
Das Ergebnis war damals natürlich nicht positiv, aber es gab damals ein Stadt- und Landgefälle innerhalb der Partei. Als Stadtpolitiker war ich weniger bei den Parteisitzungen in den Gemeinden präsent. Mit dem neuen Landesobmann Gernot Darmann treten wir ganz anders auf. Wir tauschen uns untereinander besser aus.

Sie glauben also nicht, dass es an Ihnen lag?
Nein, ich beziehe es nicht auf meine Person, das zeigt sich auch an den Wahlgängen, wo ich von den Bürgern immer die meisten Vorzugsstimmen in meiner Partei bekommen habe, was ich sehr schätze.

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf

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