Sa, 25. November 2017

Im Weinviertel:

28.12.2016 16:42

Nur ein Hausarzt in Stadt: Stau im Wartezimmer

Ein Kassenarzt für mehr als 6000 Einwohner? In Laa an der Thaya im nördlichsten Weinviertel ist das vorerst die traurige Realität. Wenige Tage vor Weihnachten entzog die Ärztekammer hier nämlich einem Allgemeinmediziner die Zulassung. Für Patienten bedeutet das lange Wartezeiten - oder teurere Wahlarztbesuche.

Warum der Herr Doktor künftig nicht mehr praktizieren darf, darüber will man bei der Ärztekammer lieber nichts sagen. Nur so viel: "Gesundheitliche Probleme waren ausschlaggebend." Dabei war der Betroffene erst im Jänner 2015 von der Gebietskrankenkasse unter Vertrag genommen worden. Bis zu einer Neubestellung - die Ausschreibung soll per frühestmöglichem Datum am 10. Jänner erfolgen - wird es also voll werden im Wartezimmer des verbleibenden Hausarztes in Laa.

Ein gefundenes Fressen für die städtische Opposition: "Die Bürgermeisterin hat es verabsäumt, rechtzeitig entsprechende Anreize für neue Mediziner zu schaffen", kritisiert die Liste Pro Laa. Doch unbesetzte Kassenstellen sind kein Einzelfall. Erst kürzlich konnte die Krankenkasse 30 neue Mediziner unter Vertrag nehmen, weitere 16 (mit dem jüngsten Fall nun wohl 17) Stellen sind aber nach wie vor unbesetzt. Eine Gefährdung für die Versorgung der Bevölkerung sieht man bei der Kasse dennoch nicht. Auch was Laa an der Thaya betrifft, wird beruhigt: "Bis zur Nachbesetzung sind im Sprengel genügend Ärzte im Dienst, um sämtliche Patienten zu behandeln", heiß es vonseiten der Kammer.

Thomas Lauber
Thomas Lauber
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden