Sa, 20. Jänner 2018

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12.10.2006 17:36

Wiener musste drei Tage neben Leiche wohnen

„In der Nachbarwohnung liegt ein Toter!“ Besorgt hatte ein Mieter aus Wien-Floridsdorf vergangene Woche Alarm bei der Hausverwaltung geschlagen. Aber es geschah gar nichts! Drei Tage lang musste der Angestellte warten, bis sein bereits vor Wochen verstorbener Nachbar von der Leichenbestattung geholt wurde.

Erst vor wenigen Tagen hat der Fall eines „anonymen Todes“ ganz Österreich schockiert: In Wien-Fünfhaus wurde die mumifizierte Leiche eines bereits vor fünf Jahren verstorbenen Mannes (93) in einer Wohnung gefunden. Jahrelang war er niemandem abgegangen, keiner hatte Nachschau gehalten.

Vergangenen Freitag nahm der 42-jährige Gerhard G. aus Wien-Floridsdorf beißenden Geruch wahr. Gleich in der Früh rief der Versicherungsangestellte bei der Hausverwaltung an: „Aus der Nachbarwohnung dringt Verwesungsgeruch.“  Doch die Verantwortlichen reagierten nicht.

Bis Sonntag passierte rein gar nichts. „Also habe ich bei der Polizei angerufen“, so Gerhard G. Die Uniformierten waren rasch zur Stelle und stellten den Tod des 65-jährigen Friedrich F. fest. Zudem entdeckten sie ein bereits vor Wochen völlig durchgebranntes Backrohr. Dann alarmierten die Beamten die Leichenbestattung. „Zum Glück gab es keinen Wohnungsbrand“, so der geschockte Anrainer.

Von Christoph Matzl, KronenZeitung

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