So, 20. Mai 2018

Initiative in GB

28.12.2016 12:16

Landwirte verlegen ihr eigenes Gigabit-Internet

Für Bewohner ländlicher Gebiete ist ein schneller Breitbandanschluss 2016 noch immer keine Selbstverständlichkeit. Lohnt sich der Aufwand der Herstellung nicht, verlegen Provider nur ungern schnelle Glasfaserleitungen in die Peripherie. Eine britische Bäuerin wollte sich das nicht gefallen lassen und hat kurzerhand ihren eigenen Internetprovider gegründet.

Christine Conder war es leid, in ihrem Haus in Lancashire in Nordwestengland nur quälend langsam durchs Internet zu surfen, also gründete sie der britischen TV-Anstalt BBC zufolge 2012 die Firma "B4RN". Gemeinsam mit Gleichgesinnten errichtete Conder in Eigenregie ein Glasfasernetzwerk, das die Bauern von Lancashire mit schnellem Internet versorgt.

"Das ist keine Raketenwissenschaft"
"Wir haben es selbst gegraben und es selbst angeschlossen. Und wir haben bewiesen, dass einfache Menschen so etwas können", erzählt Conder. Glasfaserleitungen zu verlegen, sei keine Raketenwissenschaft, sondern einfach harte Arbeit.

Conder und ihre Mitstreiter - die meisten "B4RN"-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich - haben insgesamt rund 3200 Kilometer Glasfaserkabel durch die Region verlegt. Die Hauptleitung verläuft durch die Dörfer und ist mit Internetknoten in Edinburgh und Manchester verbunden, von der Hauptleitung verlaufen Glasfaserstränge in jedes Haus. Angeschlossen werden immer gleich ganze Gemeinden.

Günstig für Private, Firmen zahlen mehr
Angesichts der beachtlichen Geschwindigkeit, die "B4RN"-Internetanschlüsse bieten, sind die Kosten überschaubar. Umgerechnet rund 35 Euro zahlen die Haushalte pro Monat für ihren Anschluss, für die Herstellung werden rund 180 Euro fällig. Normale Haushalte werden subventioniert: Größere Firmen bezahlen mehr.

Mit "B4RN" haben Conder und ihre Mitstreiter einen Nerv getroffen: Die Firma ist für die nächsten zehn Jahre damit ausgelastet, kleine Orte in der Region ans Glasfasernetz anzuschließen. Obwohl es mittlerweile 15 bezahlte Mitarbeiter gibt, werden viele Arbeiten dabei immer noch von Freiwilligen erledigt. Wer einen Bagger oder Traktor hat, kümmert sich beispielsweise ums Ausheben der Gräben.

 krone.at
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