Fr, 24. November 2017

Elektrischer Defekt

28.12.2016 12:21

13 Verletzte bei Brand in Salzburger Pflegeheim

Feuerwehr-Großeinsatz in einem Salzburger Pflegeheim: Im Zentrum für Menschen mit erhöhtem Pflege- und Betreuungsbedarf am Gelände der Christian-Doppler-Klinik in der Stadt Salzburg ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Ein Brandmelder schlug Alarm. 13 Menschen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Spitäler gebracht werden. Das Feuer war durch einen elektrischen Defekt an einem Behindertenmobil ausgelöst worden.

Offenbar brach das Feuer vor oder in einem Zimmer im Erdgeschoß des Gebäudes aus. "Die Rauchgase haben sich dann im ganzen Haus verteilt", sagte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Werner Meissl. Das Brandgeschehen dürfte allem Anschein nach einen rasanten Gang genommen haben. "Wir wurden um 20.13 Uhr über die Brandmeldeanlage alarmiert. Als die Feuerwehr vor Ort eingetroffen ist, gab es wegen des Zimmerbrands bereits eine massive Rauchausbreitung. Wir haben deshalb Verstärkung angefordert", so der Branddirektor.

Meissl: "Die Feuerwehr hat die Bewohner gemeinsam mit dem Pflegepersonal aus dem Haus gebracht, wo wir sie übernommen haben. Teilweise wurden die Bewohner auch mit ihren Betten aus dem Gebäude gerollt."

Etliche Bewohner erlitten Rauchgasvergiftung
Wie eine Sprecherin der Klinik sagte, habe ein Bewohner oder eine Bewohnerin möglicherweise auch Verbrennungen erlitten. Bei den Menschen, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Krankenhäuser gebracht werden mussten, handelt es sich laut dem Leiter der Berufsfeuerwehr Salzburg, Branddirektor Reinhold Ortler, um elf Bewohner und zwei Mitglieder des Pflegepersonals. Über den Gesundheitszustand des Bewohners der Brandwohnung konnte er am Dienstagabend keine Auskunft geben.

Andere Stockwerke nicht von Feuer betroffen
Von den mehr als 80 Bewohnern des Pflegezentrums habe man gemeinsam mit dem Pflegepersonal alle 28 Bewohner des Erdgeschoßes über einen Verbindungsgang in das benachbarte Geriatrie-Gebäude evakuiert. Andere Stockwerke des Hauses waren von dem Feuer nicht betroffen. "Die Bewohner sind teilweise nicht mobil, der Bettentransport ist im Erdgeschoß aber glücklicherweise leicht von sich gegangen, weil keine Stockwerke zu überwinden waren", sagte Ortler.

Elektrischer Defekt als Ursache
Das Feuer konnte schließlich binnen einer Stunde gelöscht werden. Berufs- und Freiwillige Feuerwehr standen mit rund 55 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz. Wie Polizeisprecherin Eva Wenzl am Mittwochvormittag mitteile, war das Feuer von dem Behindertenmobil eines 57-jährigen Bewohners ausgegangen: "Die Brandermittler des Landeskriminalamts haben einen elektrischen Defekt am Scooter festgestellt. Alle anderen Brandursachen lassen sich ausschließen."

Das im Herbst 2013 eröffnete private Gunther-Ladurner-Pflegezentrum ist Angaben auf der eigenen Internetseite zufolge ein Heim, das sich auf allgemeine Neurologie, demenzielle Erkrankungen, Multiple Sklerose und Wachkoma spezialisiert hat. Für Bewohner stehen 88 Betten zur Verfügung. Es ist nach dem 2011 verstorbenen ehemaligen ärztlichen Leiter der Klinik benannt.

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