Fr, 17. November 2017

Vierschanzentournee

27.12.2016 07:37

Herr Kuttin, warum ist Schlierenzauer nicht dabei?

Die Vierschanzentournee steht wieder unmittelbar bevor. Skisprung-Cheftrainer Heinz Kuttin will mit der ÖSV-Mannschaft beim Schanzen-Grand-Slam um Gesamtsieg kämpfen. Das "Krone"-Interview über Titelverteidigung, Top-10-Platzierungen, Hayböck, Kraft und Schlierenzauer.

"Krone": Der Slowene Peter Prevc beendete im Vorjahr eine siebenjährige ÖSV-Siegesserie. Erstmals seit 2008 muss Österreich also den Tournee-Titel nicht verteidigen. Macht es das leichter?
Heinz Kuttin: Ich glaube nicht. Wir haben den Hunger, zu siegen, geben immer alles. Und wir wissen, wie schnell es gehen kann, wenn du in einen Lauf reinkommst.

Mit vier Mann in den Top 10 und der Führung im Nationencup ist die Mannschaft kräftig im Aufwind.
Eine Aufbruchsstimmung ist da, die Talsohle ist durchschritten. Bei der Tournee wollen wir um Podest-Plätze mitspringen und die Möglichkeit haben, Sieger zu stellen. Michi Hayböck und Stefan Kraft haben bei der Tournee große Erfolge gefeiert, die haben selbst den Anspruch, ganz vorne dabei zu sein. Auch Manuel Fettner ist so stark wie noch nie.

Wie ist der Aufschwung gelungen?
Wir haben mittlerweile vier Trainingsgruppen. Das Know-how von ganz oben geben wir bis ganz unten weiter. Wir arbeiten auch im physiotherapeutischen Bereich intensiver. In der Vorbereitung war die Anfahrtsposition ein wesentlicher Punkt. Wir waren im Sommer auf dem Gletscher, wir nutzen erstmalig die Testspur in Ramsau, wir waren auch im Audi-Windkanal.

Der nach einem Kreuzbandriss wiedergenesene Gregor Schlierenzauer fiebert seinem Comeback entgegen. Warum ist der Rekordadler bei der Tournee nicht dabei?
Da ist der Druck enorm und die Erwartungshaltung noch größer. Das wäre nicht gut. Es ist leichter, wenn er sein Comeback außerhalb von Österreich gibt.

Mit vier Siegen gilt Domen Prevc als Topfavorit. Was macht das Phänomen des 17-jährigen Slowenen aus?
Er ist einzigartig, er ist jung. Wir haben das analysiert. Wenn Junge schon mit dem Know-how, das das Weltcup-Team hat, trainieren können, dann entwickeln sie diesen Sport. Domen revolutioniert das Ganze.

Norbert Niederacher, Kronen Zeitung

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