Fr, 24. November 2017

Ursache noch unklar

26.12.2016 08:50

Russland trauert um 92 Absturz-Opfer

Russland trauert um die 92 Opfer des Flugzeugabsturzes über dem Schwarzen Meer. Präsident Wladimir Putin hat für Montag Staatstrauer angeordnet. Die Passagiermaschine vom Typ Tupolew Tu-154, die dem russischen Verteidigungsministerium gehörte, war Sonntagfrüh kurz nach dem Start in Sotschi verunglückt.

Die Maschine sollte Sänger und Tänzer des traditionsreichen Alexandrow-Armeechors zu einem Konzert nach Syrien bringen. Auch der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chilalow, kam ums Leben. Das Militär und zivile Rettungsleute suchten auch die Nacht über nach Trümmerteilen und Vermissten. Mit dem ersten Tageslicht sollten weitere Taucher und Suchteams eingesetzt werden. Am Sonntag waren zwölf Tote aus dem Wasser geborgen worden. Die Leichen sollen Montagfrüh nach Moskau geflogen werden.

Video: Russisches Flugzeug über dem Schwarzen Meer abgestürzt

"Fürchterliche Katastrophe"
Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach von einer "fürchterlichen Katastrophe", wie die Agentur Interfax meldete. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sprach Putin nach dem Unglück ihr Mitgefühl aus. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zeigte sich tief betroffen über den Absturz: "An diesem heiligen Tag sind meine Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Lieben", sagte er am Sonntagabend in Brüssel.

Flugschreiber noch nicht geortet
Bei der Unglücksursache wollte sich der russische Transportminister Maxim Sokolow am Sonntagabend noch nicht festlegen. Die Flugschreiber der 33 Jahre alten Tupolew seien noch nicht geortet worden, sagte er laut Agenturberichten. Nicht genannte Behördenvertreter sprachen von möglichen technischen Problemen im Steigflug. Ermittler gingen routinemäßig auch dem Verdacht auf einen Anschlag nach.

Neben den Musikern waren acht Mann Besatzung und neun Journalisten der Fernsehsender NTW, Erster Kanal und Swesda an Bord, dazu Militärs und Beamte. Ende Oktober 2015 war ein russisches Touristenflugzeug mit 224 Menschen über der ägyptischen Sinai-Halbinsel gesprengt worden.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten Bashar al-Assad. Dieser sprach Putin sein Beileid aus. Der Absturz des Flugzeugs, das "gute Freunde" an Bord hatte, habe große Trauer hervorgerufen, so Assad laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen.

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Redaktion
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