So, 19. November 2017

Monte dei Paschi

23.12.2016 07:40

Älteste Bank der Welt wird verstaatlicht

Weil die privaten Rettungsversuche der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi fehlgeschlagen sind, greift nun die Regierung in Rom mit einem milliardenschweren Rettungspaket ein. Ministerpräsident Paolo Gentiloni verkündete in der Nacht auf Freitag, dass sein Kabinett ein Paket in der Höhe von 20 Milliarden Euro geschnürt habe. Das Parlament hatte bereits am Mittwoch grünes Licht für die drittgrößte Bank Italiens und gleichzeitig das älteste Finanzinstitut der Welt gegeben. Faktisch bedeutet die Intervention eine Verstaatlichung.

Das Milliarden-Paket soll nicht nur die Krisenbank vor dem Zusammenbruch bewahren und den Sparern ihre Guthaben garantieren, sondern auch das italienische Bankensystem vor einem folgenschweren Dominoeffekt bewahren. Die italienischen Banken sitzen auf faulen Krediten in Höhe von insgesamt 360 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres benötigt Monte dei Paschi fünf Milliarden Euro.

EU-Kommission befürchtet Dominoeffekt
Eigentlich verbieten die EU-Regeln staatliche Rettungsaktionen für Banken. Bevor der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, sollen laut europäischen Abwicklungsregeln zunächst die Gläubiger von Anleihen mit Verlusten rechnen. Das Problem in Italien ist, dass viele Kleinanleger ihre Ersparnisse in diese Papiere gesteckt haben. Die EU-Kommission hat daher signalisiert, im Notfall Italien dabei zu unterstützen, eine Lösung im Einklang mit europäischem Recht zu gestalten.

Italien viel höher verschuldet als Griechenland
Ein Zusammenbruch des Finanzsystems der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone hätte enorme Auswirkungen auf die gesamte EU. Insgesamt beläuft sich der Schuldenstand Italiens auf rund 2,2 Billionen Euro. Stürzt das Land noch tiefer in die Krise, wäre der europäische Rettungsschirm ESM hier überfordert, falls die Finanzmärkte das Vertrauen verlieren sollten - zudem würden dann auch die Märkte selbst weltweit in Turbulenzen geraten. Zum Vergleich: Griechenland hat "lediglich" eine Verschuldung von rund 314 Milliarden Euro.

 krone.at
Redaktion
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