Di, 21. November 2017

Bei Salafisten-Treff

23.12.2016 07:31

Anis Amri kurz nach Anschlag auf Video zu sehen

Der wegen des verheerenden Lkw-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesuchte Tunesier Anis Amri ist offenbar kurz nach der Tat gefilmt worden. Der Verdächtige ist laut rbb auf einem Überwachungsvideo zu sehen, das ihn in der Nacht auf Dienstag im Berliner Stadtteil Moabit zeige - vor einer Moschee, die als Treffpunkt von Salafisten bekannt ist. Ermittler glauben, dass Amri sich noch immer in der deutschen Hauptstadt aufhält.

Demnach wurde Amri am frühen Dienstagmorgen gefilmt, also knapp acht Stunden nach dem Anschlag. Weitere Observationsbilder sollen den Tunesier an derselben Stelle am 14. und 15. Dezember zeigen. Alle Aufnahmen wurden jeweils zwischen 3 und 4 Uhr morgens gemacht.

Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Ort der Observation war demnach eine Moschee, die am Donnerstag laut Deutscher Presse-Agentur von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gestürmt und durchsucht wurde.

Moschee als Treffpunkt von Islamisten
Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien radikalisiert worden sein. Der Lkw-Stellplatz, von dem der Lastwagen vor dem Anschlag losfuhr, ist nur wenige Hundert Meter von dem Moschee-Verein entfernt.

Facebook-Fahndung aus Angst vor Kommentaren blockiert?
Für Unverständnis sorgt ein Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach der grüne Berliner Justizsenator Till Steffen mehr als zwölf Stunden lang verhindert habe, dass die Polizei auf ihrer Facebook-Seite nach Amri fahndet. Steffen blockiere Fahndungen per Internet generell seit Monaten, so der Bericht, der als Grund nennt, der Senator fürchte, dass in dazugehörigen Kommentarfeldern beleidigende oder volksverhetzende Inhalte verbreitet werden könnten.

Geldbörse und Handy verloren
Laut Informationen des "Tagesspiegels" gehen die Ermittler davon aus, dass sich Amri noch in Berlin versteckt hält. Ein Zeuge habe ihn nach dem Anschlag mit Verletzungen im Gesicht, die versorgt werden müssten, fliehen gesehen. Laut rbb-Informationen soll Amri zudem auf der Flucht nicht nur seine Geldbörse mit diversen Dokumenten im Lkw-Führerhaus liegen gelassen, sondern auch sein Handy verloren haben.

Behörden hatten Amri monatelang im Visier
Deutsche Sicherheitsbehörden hatten den 24-Jährigen monatelang im Visier. Er wurde als islamistischer Gefährder eingestuft, gegen ihn wurde sogar wegen Terrorverdachts ermittelt. Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft war der Tunesier monatelang observiert worden. Die Überwachung brachte demnach jedoch keine Hinweise, sodass sie im September eingestellt wurde.

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