Di, 24. Oktober 2017

Keine Poller

21.12.2016 16:04

Wiener Rathaus „schützt“ sich mit Müllcontainern

Wie schützen wir unsere Weihnachtsmärkte? Diese Frage beschäftigt nach dem Terroranschlag in Berlin mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten auch die österreichischen Behörden. Seltsam erscheint in diesem Zusammenhang jedoch, was die Zuständigen in Wien derzeit vollführen: Während in Schönbrunn drei einzeln aufgestellte Betonsäulen vor möglichen Anschlägen schützen sollen, setzt man im Rathaus lediglich auf die altbewährten Müllcontainer.

Nach dem Anschlag in Berlin wurden umgehend auch die Sicherheitsvorkehrungen auf den Wiener Weihnachtsmärkten überprüft. Die Folge: Zumindest am Rathausplatz bleibt alles beim Alten. Es werden keine Poller rund um das Areal aufgestellt, vielmehr wird - wie auch schon in den Jahren zuvor - auf Müllcontainer gesetzt, die eine Zufahrt ohnehin fast unmöglich machen.

Es sei nicht geplant, für die wenigen Tage noch Sperren zu montieren, sagte ein Sprecher von Bürgermeister Michael Häupl gegenüber der APA. Man sehe sich aber sehr wohl an, wo es Sinn mache, Sicherheitsvorkehrungen zu adaptieren.

"Drei Säulen" für mehr Sicherheit
Insgesamt arbeite die Wiener Polizei an "drei Säulen". Neben den Müllcontainern sei dies "die Verstärkung der Polizeieinsatzkräfte und die Erhöhung der Sensibilisierung der Menschen selbst", so Sprecher Roman Hahslinger. Die Aufstellung von Baustellen-Mulden sei bei anderen Christkindlmärkten in der Bundeshauptstadt vorerst nicht geplant. "Wir stehen aber mit den Veranstaltern der jeweiligen Märkte in Verbindung. Wenn es Verbesserungsbedarf gibt, wird das auch gemacht", so der Polizeisprecher.

Poller, die Zufahrten NICHT blockieren
In Schönbrunn wurde unterdessen bei den drei Eingängen jeweils eine Säule montiert - an der man allerdings vorbeifahren kann. Laut einem Sprecher ist dies Absicht, um die Lieferwege freizuhalten. Die Säule verhindere jedoch, dass man mit hoher Geschwindigkeit direkt auf das Marktareal zurasen könne, wurde versichert.

Lastwagen als Blockaden in Moskau
Die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten ist auch in anderen Großstädten derzeit Thema Nummer eins. In Moskau will man nun Zufahrten mit Lastwagen blockieren. Mit den Barrieren solle verhindert werden, dass Fahrzeuge in Menschenmengen gelenkt werden können, sagte der Vizepolizeichef der russischen Hauptstadt, Viktor Kowalenko.

"Wir wollen nicht, dass es irgendwelche Voraussetzungen (für einen Anschlag) gibt", sagte er der Agentur Tass zufolge am Mittwoch. Auch Verkehrsknotenpunkte sollen demnach von Lkws umstellt werden. In den vergangenen Jahren war Moskau mehrfach Ziel von Anschlägen, etwa auf die U-Bahn.

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