Mi, 21. Februar 2018

Den Kunden reicht's

03.01.2017 12:27

Postamt-Wahnsinn: Warteschlange bis auf die Straße

In Wien einen Brief aufgeben, heißt, einen Brief aufgeben. Ein Sickerwitz, der braucht, bis er wirkt. Aber zeitlich ist das nichts im Vergleich zum Wahnsinn, der auf den Postämtern in der City herrscht: Die Kunden-Warteschlangen reichen oft bis auf die Straße. City4U machte einen Lokalaugenschein.

Das Hauptpostamt am Fleischmarkt: Hier stehen keine Kunden bis auf die Straße - aber nur weil es vom Eingang bis zum Schalter 78 Meter sind. In der Halle: Dutzende Menschen, die Briefe und Pakete aufgeben oder abholen wollen. An einem Terminal muss man eine Nummer ziehen, an der Anzeigetafel darüber erfährt man, dass noch 40 Leute vor einem warten.

Es gibt wenige Sitzgelegenheiten und sieben Schalter. Von denen aber nur vier besetzt sind. Dafür wartet bei einem Extraschalter ein Postbeamter auf Kunden, die Briefmarken sammeln, um ihnen die neuesten Sondermarken anzupreisen. Was aber nicht geht, weil keiner eine will. Der Filialleiter steckt den Kopf aus seinem Extra-Büro, sieht die Wartenden und verschwindet wieder.

Die Luft ist stickig, die Wartezeit lang. In der Verzweiflung versteht man, warum sich Franz Schuberts bester Freund hier einst das Leben nahm. Vermutlich wollte er einen Brief abholen und scheiterte.

Wer es geschafft hat, wirklich dranzukommen und mit dem zuständigen Postler plaudert erfährt: "Wir wissen eh, dass das ein Wahnsinn ist, aber bei uns wird personell eingespart was nur geht." Dafür kann man aber DJ Ötzi-CDs bei ihm kaufen. Wenn man will...

Warteschlange bis auf die Straße
Ähnliche Bilder gibt es auch bei kleineren Postämtern. Nur dass hier die Kundenschlange wirklich bis auf die Straße reicht. In der Zieglergase zum Beispiel, oder im Postamt Gersthof. In der Post-Zentrale ist man um Beruhigung bemüht: "Dadurch, dass sie eine Nummer ziehen, scheint es so, dass sie länger warten müssen als früher", heißt es auf Anfrage von City4U ...

Was sind eure Erfahrungen? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Harald Zeilinger
Redakteur
Harald Zeilinger
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