Mo, 19. Februar 2018

Post von Jeannée:

20.12.2016 15:23

Was es heißt, Berliner zu sein

Erschüttert von den Terror-Ereignissen in Berlin zeigt sich auch Michael Jeannée. Die Post des "Krone"-Kolumnisten geht daher diesmal an die rund 3,5 Millionen Bewohner der deutschen Bundeshauptstadt, die Berliner.

Liebe Berliner,

jetzt angesichts des unfassbaren Horrors, der jäh über Eure Stadt hereingebrochen ist, solidarisch und tröstend zu verkünden, dass "wir Berliner sind", wäre zu einfach.

Weil Berliner zu sein unendlich mehr bedeutet, als an der Spree zu leben.

Berliner sein heißt, eine zerbombte, zertrümmerte, komplett zerstörte Metropole wieder aufgebaut zu haben.

Berliner sein heißt, drei Jahrzehnte die grausamste, abgefeimteste und menschenverachtendste Mauer der Geschichte ausgehalten zu haben.

Berliner sein heißt, das perfide geteilte Vaterland früh, mittags, abends und des Nachts wie kein anderer Bewohner Deutschlands erlitten zu haben.

Berliner sein heißt, darob niemals verzweifelt die Freiheitsflinte ins Korn geworfen zu haben.

Berliner sein heißt, im düsteren Schatten von Hammer, Sichel und Sowjetstern an das Licht, an die Wende, an den Fall der Mauer, an das Menschliche, an das Gute geglaubt zu haben.

Berliner sein heißt, über eine Kraft zu verfügen, der feiger islamistischer Terror nichts anhaben kann. So wenig wie ehedem der kommunistische.

Berliner sein heißt, Ausnahme zu sein.

Und deshalb formuliere ich jetzt nicht "Wir sind Berliner", sondern wie wunderbar es wäre, wenn wir Berliner wären.

Dann hätten die Schweine nämlich keine Chance.

Herzlich, Euer
Michael Jeannée

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