Sa, 25. November 2017

„Rache für Aleppo!“

20.12.2016 00:11

Polizist tötet russischen Botschafter in Ankara

Der russische Botschafter in der türkischen Hauptstadt Ankara, Andrej Karlow, ist am Montagabend bei einem bewaffneten Angriff erschossen worden. Karlow wurde bei der Eröffnung einer Kunstausstellung auf offener Bühne attackiert. Der Attentäter, laut dem türkischen Innenminister ein Polizist, forderte "Rache für Aleppo" (siehe Video oben). Mindestens drei weitere Menschen wurden laut türkischen Medien bei dem Attentat verletzt.

Die Tat ereignete sich während der Eröffnung einer Ausstellung im Cankaya-Viertel von Ankara, in dem die russische sowie zahlreiche andere Botschaften liegen. Medien berichteten von einem einzelnen Angreifer, der sich nach der Tat zunächst weiter in der Nähe befunden habe. Es seien weiterhin Schüsse vom Schauplatz zu hören gewesen, berichtete CNN-Türk. Der Botschafter sei zunächst ins Spital eingeliefert worden, dort aber seinen schweren Verletzungen erlegen, so die russische Nachrichtenagentur RIA.

Attentäter von Spezialkräften getötet
Der Angreifer sei letztlich von Spezialkräften getötet worden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Laut Innenminister Süleyman Soylu war der Attentäter ein 22-jähriger einheimischer Polizist, der seit zweieinhalb Jahren in Ankara eingesetzt gewesen sei. Mutter und Schwester des Mannes seien festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA in der Nacht auf Dienstag.

Islamisten über russische Offensive in Aleppo erzürnt
In den vergangenen Tagen hatte es in der Türkei wiederholt Proteste vor den Botschaften des Iran und Russlands wegen deren Unterstützung für die Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Rebellen im syrischen Aleppo gegeben. In der türkischen Bevölkerung herrscht große Empörung über das Vorgehen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad in der nordsyrischen Großstadt, die inzwischen von der syrischen Armee fast vollständig von den Rebellen zurückerobert wurde.

Der Zwischenfall könnte ein Rückschlag für die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sein. Die beiden Länder hatten sich nach einer schweren Krise 2015 zuletzt wieder deutlich angenähert. Damals hatte die Türkei einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen, der Kreml verhängte Sanktionen.

Am Dienstag beraten Minister aus der Türkei, Russland und dem Iran in Moskau über den Syrien-Konflikt. Das Treffen soll trotz des dramatischen Vorfalls stattfinden, hieß es am späten Montagabend vom ranghohen russischen Parlamentsabgeordneten Leonid Slutski. Das türkische Außenministerium verurteilte die "niederträchtige terroristische Tat".

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