Sa, 18. November 2017

Eier an Stängeln

19.12.2016 18:00

Tiefseekrake „Casper“ brütet auf Manganknollen

Eine kürzlich entdeckte Mini-Krake mit dem Spitznamen "Casper" brütet derzeit ihre Eier auf Manganknollen am Boden des Pazifischen Ozeans aus. Das könnte den Tiefseekraken zum Verhängnis werden, denn Mangan und andere in den Knollen vorhandene Stoffe werden für die Industrie immer wichtiger, wie ein deutsch-amerikanisches Biologen-Team im Fachmagazin "Current Biology" schreibt.

Die Forscher, darunter Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, hatten die Kraken-Art bei Tauchexpeditionen in einer Tiefe von über 4000 Metern beobachtet. In dieser Tiefe heften die Tierchen ihre Eier an Stängel bestimmter abgestorbener Schwämme, die auf Manganknollen wachsen und brüten sie dort jahrelang aus. Ohne die Knollen finden die Kraken dort keinen Laichplatz.

Forscher warnen vor Folgen von Knollen-Abbau
Aus Sicht der Forscher ist die Abhängigkeit der Kraken von den Metallklumpen ein Beleg dafür, dass die ökologischen Folgen gründlich untersucht werden müssen, bevor Manganknollen (siehe Bilder) - die in ihnen enthaltenen Metalle werden in Handys und Computer verwendet - zu industriellen Zwecken abgebaut werden.

Krake mit Tauchroboter in Tiefsee gefilmt
"Casper" war im Februar zu einem kleinen Social-Media-Star avanciert, nachdem US-Forscher den etwa zehn Zentimeter kleinen Tiefseekraken mit dem Tauchroboter "Deep Discovery" vor der hawaiianischen Necker-Insel in einer Tiefe von 4290 Metern aufgespürt, gefilmt (siehe Video oben) und die Aufnahmen veröffentlicht hatten. Die Webgemeinde gab dem nahezu durchsichtigen Kraken dann - in Anlehnung an das bekannte Trickfilm-Gespenst - den Namen "Casper".

Das Äußere der Krake erstaunte die Experten, weil ein derartiger Kopffüßer noch nie zuvor in solcher Tiefe gesichtet worden war. "Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine unbeschriebene Art, die möglicherweise keiner bekannten Gattung angehört", berichtete Meeresbiologe Michael Vecchione auf der Website der US-Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA).

Mini-Krake besitzt keine Pigmentzellen
Das Tier hat im Gegensatz zu den cirrentragenden Kraken (Cirroctopoda), die noch unterhalb von 5000 Metern leben können, keine Flossen und ähnelt eher gewöhnlichen Kraken (Octopoda), die aber sonst im flacheren Meer zu Hause sind. "Casper" ist laut NOAA auch deshalb ungewöhnlich, weil er keine Pigmentzellen hat: Dieser Umstand lasse das Tier weiß und geisterhaft erscheinen, so die Forscher.

 krone.at
Redaktion
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