Sa, 18. November 2017

Trauer um Schwestern

19.12.2016 07:50

Brand in Kinderzimmer: Vater wollte Tür eintreten

Ein Meer von Grabkerzen flackert vor dem Wohnhaus in der Kranebitter Allee in Innsbruck, wo in der Nacht auf Samstag zwei Schwestern (4, 7) bei einer Feuertragödie in ihrem Kinderzimmer hilflos verbrannten. Nicht nur bei Verwandten, Freunden und Nachbarn sitzen Schock und Trauer tief. Auch wenn die Brandursache bereits geklärt scheint, fragen sich viele, wie es - nur eine Woche vor Weihnachten - zu einem solchen Familiendrama kommen konnte.

"Unfassbar", schluchzt eine Frau am Sonntag kurz nach Mittag. Tränen kullern über ihre Wangen. Freunde und Verwandte haben bei der Eingangstür im Erdgeschoss des Mehrparteienhauses neben den Kerzen auch Stofftiere und Bilder der beiden Mädchen aufgestellt.

Das Fenster zum Unglückszimmer auf der Rückseite wurde mit einer weißen, blickdichten Folie zugehängt. In der gespenstischen Stille hört man ein paar Seufzer von Trauernden, die sich gegenseitig Trost spenden. Andere Passanten schleichen mit gesenkten Köpfen an ihnen vorbei.

Vater und Nachbar wollten Tür eintreten
"Weihnachten wird für die Familie wohl nie mehr so sein, wie es einmal war", meint ein junger Mann. Während am Balkon bereits der Christbaum stand und die Eltern ruhig schliefen, kämpften am Samstag kurz nach 2 Uhr früh zwei der vier Geschwister gegen meterhohe Flammen - vergeblich! Auch ihr Vater, der mit einem Nachbarn versucht haben soll, die versperrte Tür des Kinderzimmers einzutreten, konnte Niki und Lara nicht mehr retten.

Obduktion steht noch aus
"Eine technische Brandursache kann ausgeschlossen werden", hieß es nur wenige Stunden nach der Tragödie von Ermittlern des Tiroler Landeskriminalamtes. Die Kinder dürften gezündelt haben. Weitere Erkenntnisse sollen Obduktionsergebnisse bringen.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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