Mo, 20. November 2017

„Gegen FPÖ“ zu wenig

17.12.2016 06:01

Eva Glawischnig: 2017 wird ihr Schicksalsjahr

Heftiger Disput zwischen Eva Glawischnig und dem Grünen Peter Pilz, und schaut man dabei hinter die Kulissen der Grünen, dann brodelt es intern schon viel länger. Dass der Konflikt erst jetzt ausgebrochen ist, hat der einjährige Hofburg-Wahlkampf verursacht. Man wollte mit Willkommens-Aussagen zur Flüchtlingspolitik dem Herrn Professor im Duell mit Norbert Hofer ja nicht schaden. Jetzt ist dieser Konflikt aber offen ausgebrochen.

Es geht um die Strategie der Grünen bis zur Nationalratswahl 2018, wobei Kritiker der Grünen-Chefin meinen, nur gegen die FPÖ zu sein sei für ein Wahlkampfkonzept der Partei "zu dünn", weil das unterdessen auch andere (SPÖ, ÖVP) machen.

Parteichefin seit neun Jahren
Dass Glawischnig noch vor der Wahl 2018 gestürzt werden könnte, ist unwahrscheinlich, doch diese Wahl wird über das politische Schicksal der Grünen-Chefin entscheiden, die immerhin schon seit 1999 im Parlament sitzt und seit neun Jahren Bundessprecherin ist. Ihre bisherige politische Bilanz ist mäßig bis schlecht. Bei der letzten Nationalratswahl kam Grün gerade einmal auf 12,4 Prozent. Von einer Regierungsbeteiligung, die sich Glawischnig so sehr wünscht, war 2013 mit dem Ergebnis keine Rede.

Der als Leibblatt der Grünen geltende "Standard" schreibt dazu, dass die Grünen nach dem Sieg von Alexander Van der Bellen bei der Hofburg-Wahl eine charismatische Führungsfigur brauchen, "hinter der sich eine breite Bewegung abseits des Funktionärsapparats versammeln könnte". Nur gegen die FPÖ zu sein (wie Glawischnig) sei auf Dauer zu wenig.

Massiver Druck durch Van-der-Bellen-Ergebnis
Parteiinterne Widersacher legen Glawischnig unterdessen die Latte für die Nationalratswahl 2018 sehr hoch: Messen werde man sie am Ergebnis Van der Bellens im ersten Wahldurchgang der Präsidentenwahl, als er im Alleingang gegen SPÖ, ÖVP, FPÖ und andere 21,3 Prozent der Stimmen schaffte. Das Problem: In allen Umfragen stagnieren die Grünen bei zwölf Prozent. Von 15 Prozent und mehr kann keine Rede sein.

Auch Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou konnte bei der letzten Wiener Gemeinderatswahl mit 11,8 Prozent keine Bäume ausreißen. Heißt im Klartext: Als Koalitionspartner nach der Wahl 2018 sind diese kriselnden Grünen wenig attraktiv.

Peter Gnam, Kronen Zeitung

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