Mo, 19. Februar 2018

Duo wurde verurteilt

16.12.2016 14:09

"Versteckte Kamera" mit Waffe: Quittung am Gericht

Stellen Sie sich vor, sie flanieren ahnungslos durch das Innsbrucker Zentrum und plötzlich hält Ihnen jemand eine täuschend echt wirkende Pistole an den Körper - so erging es einem 51-Jährigen, der Opfer von zwei Hobbyfilmern wurde, die damit auf der Plattform Youtube bekannt werden wollten. Nun gab’s am Landesgericht die Quittung für diese schwere Nötigung: Jeweils bedingte Haft- und unbedingte Geldstrafen.

"Ich hatte so Angst, dass ich drei, vier Minuten gar nicht mehr sprechen konnte. Und bis vor wenigen Tagen konnte ich ohne Schlaftabletten auch gar nicht schlafen", schilderte das Opfer als Zeuge beim Prozess. Animiert von anderen Scherz-Videos wollten auch die beiden Tiroler (22 und 23 Jahre) auf Youtube einen Hit landen. Schließlich ist bei Tausenden Klicks auch Geld zu verdienen.

Nicht an die Folgen gedacht

Rein zufällig wählten sie im Julii den 51-Jährigen als Opfer aus. "Wir dachten nicht an gravierende Folgen, weil wir das Ganze ja gleich als Scherz aufgelöst haben", sagte einer der Angeklagten. Doch bis der Bedrohte endlich auf die Kamera hingewiesen wurde, hatte er Todesängste ausstehen müssen. Das entstandene Video sahen sich übrigens rund 2000 Nutzer binnen kurzer Zeit an. Nach Medienberichten über das Video suchte die Polizei nach den beiden "Regisseuren". "Es war ein Schock, als wir merkten, dass wir gesucht werden", sagte der 22-Jährige. Richter Norbert Hofer fand die Idee wenig lustig: Gerade in Zeiten wie diesen, mit Terror und Gewalt, hätte man mit einer Traumatisierung des Opfers rechnen müssen.

Bedingte Haft- und unbedingte Geldstrafen

Urteil: Der 22-Jährige erhielt vier Monate bedingte Haft und 720 Euro Geldstrafe. Für seinen Freund setzte es sechs Monate bedingte Haft und 1500 Euro Geldstrafe. Dem 51-Jährigen wurden 700 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen - Bedenkzeit.

Andreas Moser
Andreas Moser
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