Sa, 18. November 2017

Buntes Spektakel

18.12.2016 12:31

So kämpfen die „Flying Cholitas“ für ihre Rechte

Sie stehen einander Auge in Auge gegenüber, zeigen im Ring keine Schwäche, schenken einander nichts. Die Rede ist von den sogenannten Flying Cholitas, die in La Paz, dem Regierungssitz Boliviens, ihren Zuschauern und Fans in Wrestling-Manier eine Show der Extraklasse liefern - und das mit großem Stolz und enormer Stärke. Und - wie es beim Wrestling nun mal so Brauch ist - natürlich auch in Kostümen. Die allerdings sind dann doch etwas anders als man es gewohnt ist.

Mit ihren reich dekorierten Hüten, den farbenfrohen Blusen und ausladenden Röcken "fliegen" die Kämpferinnen bei ihren waghalsigen Sprüngen und Manövern geradezu durch den Ring. Der Grund für die großteils gar nicht damenhaften Szenen, die sich den Zuschauern in der Kampfarena bieten, ist jedoch ein ernster: Ziel der Frauen ist es, ein Statement gegen die Unterdrückung und Herabwürdigung zu setzen, die den indigenen Frauen in ihren Gemeinden in Südamerika widerfährt.

Starke Frauen im Ring
Der italienische Fotograf Daniele Tamagni widmete sich erstmals 2010 den "Flying Cholitas", bannte ihre eindrucksvollen Kämpfe in traditioneller Tracht auf Fotos und lernte dabei auch die bekannteste von ihnen, Carmen Rosa, kennen - eine, wie er gegenüber "CNN Style" nun sagt, "überaus starke Frau", die in ihrem "normalen" Leben abseits des Rings Köchin ist und ein Streetfood-Lokal betreibt.

Den ersten Kampf sah er damals in einer Schule. Das Geld, das die Frauen mit ihren Kämpfen verdienten, behielten sie jedoch nicht für sich, vielmehr floss es in die Erneuerung der Toilettenanlagen der Einrichtung und kam damit der Allgemeinheit zugute.

"Anders als traditionelles Wrestling"
Wie der Fotograf im Interview weiter durchblicken lässt, ist für ihn ein Vergleich der "Flying Cholitas" mit traditionellem Wrestling viel zu kurz gegriffen: "Faszinierend war, wie viel Wert sie auf Eleganz, auf ihre Wurzeln und ihren Kleidungsstil legen", so Tamagni. "Es ist anders als das traditionelle Wrestling, es ist näher an der Wirklichkeit dran und jede (Kämpferin, Anm.) hat ihre eigene Rolle im Ring."

Doch ein anderer Aspekt ist für Tamagni weit wichtiger: "Die 'Cholitas' sind indigene Frauen, die nach langer Unterdrückung und Vernachlässigung aufgrund ihrer Kämpfe im Ring an Macht gewinnen."

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