Mi, 18. Oktober 2017

Schöner Brauch

15.12.2016 17:41

Kerzenziehen verbindet Generationen

"Wir kommen jedes Jahr, es ist schon eine Familientradition!" Mit ihrer Tochter Barbara und den zwei Enkelsöhnen Arthur (5) und Markus (8) taucht Johanna Gußner aus Zwettl/Rodl in Linz bedächtig einen Docht in Bienenwachs. Das traditionelle Kerzenziehen verbindet seit 25 Jahren Generationen und hilft Behinderten.

Beeindruckend geduldig zeigen sich schon dreijährige Kinder, wenn sie den Docht immer wieder ins flüssige Bienenwachs tauchen. "Ein bisschen warten, damit es fest wird und dann wieder eintauchen", erklärt die vierjährige Flora aus Altenberg, die nach einer halben Stunde schon eine ansehnliche Kerze gezogen hat.

41 Tage im Einsatz
Seit inzwischen 25 Jahren gibt’s das Linzer Kerzenziehen, das aus Zürich importiert worden war. Gleich neben dem Christkindlmarkt am Linzer Hauptplatz geht’s in die Gewölbe des Hotels Wolfinger, wo die Lebenshilfe OÖ seit 14 Jahren das Kerzenziehen veranstaltet. Insgesamt 30 Menschen mit Beeinträchtigung sind an 41 Tagen hier im Einsatz, helfen beim Kerzenziehen und auch beim Verpacken der selbstgemachten Kerzen.

Unterstützung für die Lenebsnhilfe
"Das ist sehr wertvoll für unsere Klienten und beim gemeinsamen Arbeiten entstehen Gespräche auf Augenhöhe", freut sich Martin Renolder von der Lebenshilfe Linz-Urfahr, dass seine Klienten so viele positive Erfahrungen machen. Außer dem wird mit dem Erlös - je 100 Gramm Kerzengewicht werden 39 Cent verrechnet - die Lebenshilfe, die in Oberösterreich 1500 Behinderte betreut, unterstützt.

Es sind neben Familien vor allem Gruppen - auch aus Kindergärten und Schulen -, die vorbeikommen. "Gruppen müssen sich aber unbedingt anmelden", sagt Jürgen Herzog von der Lebenshilfe. Heuer werden wieder 10.000 Besucher erwartet, die 1,5 Tonnen Bienenwachs verarbeiten. "Vielleicht schenke ich die Kerze her", überlegt der achtjährige Markus, wem er eine Freude machen kann.

Markus Schütz
Markus Schütz
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