Mi, 22. November 2017

Ernst gemeint?

14.12.2016 13:44

Strache: „Sollte Kurz Asyl in der FPÖ anbieten“

War das eine Einladung zum Parteiwechsel? Jedenfalls hört es sich fast so an: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat dem populären ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz, der von einigen Beobachtern als künftiger Kanzlerkandidat gehandelt wird, am Mittwoch via Social Media gehörig Rosen gestreut. Hintergrund ist Kurz' harte Linie gegenüber der Türkei.

"Respekt! Ich sollte dem politischen Notreisenden Sebastian Kurz Asyl in der FPÖ anbieten, denn in der ÖVP hat er seinen Obmann (Reinhold, Anm.) Mitterlehner, die Mehrheit der Landesfürsten und Parteifunktionäre gegen sich. Endlich hat jedoch ein Regierungsvertreter die jahrelange FPÖ-Veto-Position gegen weitere EU-Türkei-Verhandlungserweiterungen genutzt", schrieb der freiheitliche Parteichef unter anderem auf Facebook.

"Mit vollen Hosen gut stinken"
Dabei hatte sich der Außenminister erst kürzlich bei Strache unbeliebt gemacht: Kurz hatte, wie berichtet, eigenen Angaben zufolge vor dem Sieg Alexander Van der Bellens bei der Bundespräsidentenwahl "Wetten auf ihn empfohlen", was der FPÖ-Chef mit den Worten "Zuerst den Mund halten und danach mit vollen Hosen gut stinken" kommentierte und "den Charakter von Herrn Kurz" kritisierte.

"Kurz näher an der FPÖ"
So ganz ernst will man die "Einladung" an den Außenminister bei der FPÖ dann übrigens doch nicht gemeint haben. Es handle sich um "eine ironische Zuspitzung, die einen wahren Kern hat und einen realen Hintergrund", ließ die Parteizentrale gegenüber krone.at wissen. Die Position von Kurz sehe man allerdings tatsächlich näher bei den Freiheitlichen als bei seiner eigenen Partei.

Martin Kallinger
Stv. Chefredakteur krone.at
Martin Kallinger
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