Mi, 22. November 2017

Glawischnig vs. Pilz

13.12.2016 12:04

Handfester Grünen-Streit über „Stammtisch-Politik“

Bei den Grünen ist ein handfester Konflikt um die politische Linie entbrannt - ausgerechnet nach dem bisher wohl größten Triumph, dem Sieg von Ex-Chef Alexander Van der Bellen bei der Hofburg-Wahl. Prominente Streithähne: Parteichefin Eva Glawischnig und Urgestein Peter Pilz. Dieser fordert, dass die Grünen "an die Stammtische" gehen, was Glawischnig auf die Palme bringt: Eine "verzichtbare Aussage" nannte sie den Pilz-Vorstoß, den sie sich so erklärte: "Vielleicht ist ihm fad."

Pilz hatte sich im Ö1-"Morgenjournal" für eine kantigere Politik der Grünen ausgesprochen und gefordert, dass diese in die Wirtshäuser an die Stammtische gehen. Das sei die Aussage eines einzelnen Abgeordneten und daraus sei keine Diskussion über Linkspopulismus bei den Grünen abzuleiten, so Glawischnig Dienstagmittag. "Es gibt einen Abgeordneten, der bei jeder unpassenden Gelegenheit seit Jahren dasselbe erzählt."

Hauptdevise: Blaue Machtübernahme verhindern
Es gebe eine klare Ausrichtung der Grünen und das Ziel, eine "blaue Machtübernahme" zu verhindern. Die Wirtshaus-Forderungen von Pilz nannte Glawischnig "Rumreden": "Da spricht jemand, der vom Wahlkampf nichts mitbekommen hat." Pilz habe in der Van-der-Bellen-Kampagne "weder gespendet" noch sei er "in irgendeiner Weise sichtbar" gewesen.

Populismus-Keule
Seine Aussagen hält sie für "ziemlich verzichtbar": "Populismus hat dieses Land schon genug gesehen." Was Pilz zu seinem Vorstoß geritten haben könnte? - "Vielleicht ist ihm fad", so Glawischnig. Gespräche mit Pilz habe es bereits gegeben: "Wir haben unzählige Male diskutiert, die Sache ist erledigt." Die Partei sei auf Wachstum ausgerichtet und dass sie sich derzeit in der "erfolgreichsten Phase" befinde, bestätige den Weg.

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