Fr, 24. November 2017

Schaden enttäuscht

10.12.2016 21:34

Papst sagte plötzlich die private Audienz ab

Es sollte der Höhepunkt der Rom-Reise von Bürgermeister Heinz Schaden werden, der zur Tagung "Europa: Flüchtlinge sind unsere Brüder und Schwestern" mit 80 Stadtchefs aus ganz Europa in den Vatikan eingeladen war: Eine Privat-Audienz bei Papst Franziskus. Doch das Kirchenoberhaupt sagte in letzter Minute ab.

Die "Krone" erreichte den enttäuschten Heinz Schaden am Samstag, nachdem Papst Franziskus die Privataudienz abgesagt hatte: "Wir haben alle gewartet bis der Papst erscheint, seine Sicherheitsleute standen schon bereit. Doch plötzlich kam der Leiter der Akademie und drückte sein Bedauern aus. Papst Franziskus kann die Audienz nicht wahrnehmen, mit seinem Herzen und mit seinen Gedanken ist er aber bei uns Bürgermeistern. Den Grund für die Absage wollte er uns nicht nennen." Das Nichterscheinen ist auch Vatikan-Kennern ein Rätsel, am Samstagabend konnte über die Gründe nur spekuliert werden.

Stadtchefs hörten gespannt zu

Trotz der bitteren Enttäuschung war der Vatikan-Besuch für Schaden aber dennoch ein wichtiger Moment, um die Leistungen Salzburgs in der Flüchtlingskrise vorzustellen. Für Österreich waren neben Schaden auch der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler und die Grazer Gemeinderätin Sissi Potzinger geladen, gespannt hörten die rund 80 Stadtchefs aus Italien, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Niederlande, Schweiz und dem Mittelmeerraum den Berichten aus Salzburg und Österreich zu.

Applaus für Bürgermeister Schaden

Schaden referierte zehn Minuten lang über die humanitär vorbildliche Abwicklung, den Aufbau der Infrastruktur und die berührenden Momente in Salzburg: "Ohne der Leistung der etlichen Freiwilligen und aller Einsatzkräfte wäre dies gar nicht möglich gewesen. Für die Stadt war es der größte Kraftakt seit dem 2. Weltkrieg. Rund 350.000 Menschen wurden durch das Nadelöhr Salzburg geleitet und trotzdem kam das normale Leben in der Stadt nicht zum Erliegen." Schaden unterlegte seine Ausführungen mit Flüchtlingsbildern aus der Tiefgarage und aus den Unterkünften an der Grenze. Andere Bürgermeister applaudierten und gratulierten dem Stadtchef.

Michael Pichler

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden