Mi, 25. April 2018

Weitere Hilfe nötig

08.10.2006 19:35

Pakistan gedenkt der Erdbebenopfer von 2005

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan haben die Menschen im ganzen Land am Sonntag der 80.000 Todesopfer gedacht. In Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir, wurde die Gedenkfeier von Präsident Musharraf geleitet. Um 08.52 Uhr - dem Zeitpunkt des Bebens - heulten die Sirenen, und viele Menschen hielten für eine Schweigeminute inne.

Musharraf lobte die bisherigen Bemühungen um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.

Er forderte die Menschen auf, Geduld zu haben. "Es ist ein Sieg für die Regierung, für die Streitkräfte, für die Menschen, für die Nichtregierungsorganisationen und für die Welt, die sie unterstützt hat", sagte Musharraf vor den rund 1.000 Menschen, die sich auf dem Gelände der Azad-Jammu-Kashmir-Universität versammelt hatten.

Wiederaufbau dauert noch Jahre
Die Menschen müssten geduldig sein, die Regierung arbeite daran, ihre Lebensumstände weiter zu verbessern. Der Wiederaufbau werde aber erst 2011 vollständig abgeschlossen sein, sagte der Präsident. Bei dem Beben am 8. Oktober 2005 wurden rund dreieinhalb Millionen Menschen in Pakistan und im Nachbarland Indien obdachlos.

Angst vor weiterem Winter ohne Dach über dem Kopf
Trotz Hilfszusagen rund 5,3 Milliarden Euro ist die Aufgabe gewaltig. Bei dem Beben wurden mehr als 600.000 Häuser, 6.500 Schulen und 800 Krankenhäuser sowie mehr als 6.000 Kilometer Straße zerstört. Mehr als 1.000 Überlebende des Bebens protestierten am Samstag gegen Verzögerungen bei der Auszahlung versprochener Hilfen. Vor dem Parlament in Islamabad protestierten sie auch gegen Korruption bei der Auszahlung der Hilfsgelder und forderten, Häuser noch vor dem Wintereinbruch zu bauen.

US-Präsident Bush rief zu weiterer Finanzhilfe in Höhe von rund 100 Millionen Dollar auf. Nach Angaben des pakistanischen Wirtschaftsministeriums leben noch rund 30.000 Überlebende in Zelten, der Hilfsorganisation Oxfam zufolge sind etwa 1,8 Millionen Menschen auf notdürftig errichtete Hütten angewiesen.

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