Di, 24. April 2018

SPÖ gedenkt Sima

08.10.2006 12:33

Alt-Landeshauptmann Hans Sima gestorben

Der frühere Kärntner Landeshauptmann Hans Sima ist am Samstagabend im 89. Lebensjahr im Landeskrankenhaus Klagenfurt gestorben. Das teilte die SPÖ Kärnten mit. Sima war ab 12. April 1965 auf den Tag genau neun Jahre lang Regierungschef des südlichsten Bundeslandes. In seine Zeit fiel der so genannte "Ortstafelsturm" im Herbst 1972, der in der Folge indirekt zum Rücktritt des SPÖ-Politikers führte.

Der in Saifnitz im Kanaltal am 4. Juni 1918 als Sohn eines Arbeiter-Ehepaares geborene Sima war bereits seit seiner Schulzeit in Organisationen der Sozialdemokratischen Partei tätig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich am Wiederaufbau der Partei beteiligt, ab 1946 war er Landesparteisekretär. 1949 wurde er Abgeordneter zum Kärntner Landtag, 1953 Bundesrat.

"Ortstafelsturm"
Die schwierigste Zeit als Landeshauptmann musste Sima 1972 bewältigen. Im September dieses Jahres wurden die ersten zweisprachigen Ortstafeln in Südkärnten aufgestellt. Die Empörung in der Bevölkerung war groß und gipfelte schließlich in einem wochenlangen "Ortstafelsturm".

SPÖ-Niederlage
Daraufhin kapitulierte die Politik, die zweisprachigen Tafeln wurden größtenteils wieder entfernt. Wenige Monate später musste Sima nach einer Niederlage der SPÖ bei den Gemeinderatswahlen 1973 als Landesparteivorsitzender abtreten. Ein Jahr später wurde er auch als Landeshauptmann abgelöst.

Bundespräsident Fischer hat die Verdienste des SPÖ-Politikers gewürdigt. Sima habe sich "mit Mut und gegen große Widerstände für ein gutes Zusammenleben der beiden Volksgruppen engagiert", sagte Fischer. SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer bezeichnete den Verstorbenen als großen Sozialdemokraten der ersten Stunde. "Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren", so die Vorsitzende der SPÖ Kärnten und stellvertretende Landeshauptfrau Schaunig.

Das könnte Sie auch interessieren

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden