Mo, 23. Oktober 2017

Infizierter (84) tot

08.12.2016 14:46

Tuberkulose-Alarm in OÖ: 50 mögliche Ansteckungen

Tuberkulose-Alarm in Oberösterreich: In Wels lag ein Patient (84) schwer hustend samt Auswurf zunächst auf der urologischen Abteilung - und das, obwohl andere Patienten schon darauf drängten, dass er verlegt und untersucht wird. Dann die Diagnose: Tuberkulose! Inzwischen ist der türkischstämmige Mann tot. Jetzt müssen 50 Menschen, Zimmernachbarn und Spitalspersonal, zur Untersuchung.

"Ich bin vier Tage neben ihm im Zimmer gelegen. Es war schlimm mit anzusehen. Wir haben Ärzte schon angesprochen", erinnert sich ein 46-Jähriger, der jetzt vom Welser Gesundheitsamt zur TBC-Vorsorgeuntersuchung geladen wurde. Wie sich zwei Tage nach der Entlassung des Welsers herausstellt, litt der betagte türkischstämmige Patient, der wegen einer urologischen Erkrankung ins Welser Spital gekommen war, an schwerer, ansteckender Tuberkulose.

Tod infolge urologischer Erkrankung
"Der Patient wurde sofort mit Auftreten des TBC-Verdachts isoliert und alle Schutzmaßnahmen gemäß Hygienebestimmungen eingeleitet", teilte das Klinikum Wels-Grieskirchen auf "Krone"-Anfrage mit. Kliniksprecherin Kerstin Pindeus erklärte am Donnerstag, dass der Pensionist an den Folgen der urologischen Erkrankung und nicht an Tuberkulose gestorben sei.

Wurde Infizierter zu spät untersucht?
Es sei auch "nach gesetzlichen Vorgaben" die Meldung an die zuständige Behörde erfolgt. Dass man zu spät auf TBC untersucht habe, wird verneint, die erste Untersuchung war am 19. November - am 23. kam die TBC-Bestätigung, sagt Spitalssprecherin Kerstin Pindeus. Die ganze Zeit war der Patient aber auf der Urologie im Vierbettzimmer.

"Umfassende Umgebungsuntersuchung"
"Wir haben den Patienten angeboten, dass Angehörige, die ihn im Spital besucht haben, ebenfalls zum Lungenröntgen kommen können", sagt die Welser Amtsärztin Sabine Lausecker und ergänzt: "Es läuft eine umfassende Umgebungsuntersuchung. Das heißt, es werden Kontaktpersonen wie Ärzte, Pflegekräfte, Angehörige und Zimmerkollegen auf eine etwaige Ansteckung untersucht." Etwa 50 Personen, davon 30 Spitalskräfte, sind betroffen.

Schülerin in Linz an TBC erkrankt
Eine ähnliche Untersuchung läuft auch in Linz, wo vor zwei Wochen eine HLW-Schülerin (18) an TBC erkrankt war. Hier werden 44 Angehörige, Freunde und Lehrer untersucht. Bisher wurde keine Ansteckung diagnostiziert.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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