Do, 23. November 2017

Auch eine Sichtweise

06.12.2016 20:55

IOC feiert Rio-Spiele als historischen Erfolg

Für die Bürger Rio de Janeiros ist längst der oft schwierige Alltag zurück, in Lausanne feiert die olympische Bewegung die Sommerspiele an der Copacabana als historischen Erfolg. Trotz des Dopingskandals um Russland und zahlreicher Pannen sind die Spiele im August für das Internationale Olympische Komitee (IOC) mehr als nur gelungen.

Die IOC-Führungsspitze um Präsident Thomas Bach - die Exekutive - zog am Dienstag in Lausanne zufrieden Bilanz. Laut Christophe Dubi, dem Generaldirektor für Olympische Spiele, seien die Spiele für Rio und die olympische Bewegung in jeder Hinsicht ein Gewinn gewesen. "Aus organisatorischer Sicht haben die Spiele funktioniert. Waren sie perfekt? Nein", sagte Dubi. Doch trotz aller Widrigkeiten hätten die Organisatoren eine außerordentliche Leistung abgeliefert. Und das Erbe der Spiele sei für Rio in puncto Verkehr und als touristische Attraktion groß.

Der Bundesstaat Rio de Janeiro kämpft nach dem Großereignis weiter gegen die Pleite. Sinkende Öl-Einnahmen, die Haupteinnahmequelle, wie auch das Erbe der Spiele belasten den Etat. Es mangelt an Geld für öffentliche Aufgaben wie Sicherheit und Gesundheit. Die Kriminalität selbst in eigentlich sicheren Vierteln steigt.

Tolle Leistungen ++ Probleme mit Russen
Auf der sportlichen Seite verbucht das IOC beispielsweise mehr als 100 olympische und Weltrekorde als Spitzenleistung sowie die Gold-Debüts von Ländern wie Kosovo gleich bei der ersten Teilnahme. Das IOC hatte vor Rio erheblich in der Kritik gestanden, die russische Mannschaft trotz Beweisen für staatlich geduldetes Doping bei den Winterspielen 2014 starten zu lassen. Russische Sportler traten nach Einzelüberprüfungen in Rio an, mussten sich aber von Konkurrenten und Publikum Pfiffe und Ablehnung gefallen lassen.

"Das waren die am meisten gesehenen Spiele jemals"
Herausragend ist für das IOC, wie die aus Rio gesendeten Bilder im Fernsehen und auf digitalen Plattformen weltweit aufgenommen wurden. "Das waren die am meisten gesehenen Spiele jemals", sagte IOC-Marketing-Direktor Timo Lumme. Niemals zuvor wurde demnach so viel Olympia auf diesen beiden Kanälen übertragen: 350.000 Stunden aus Rio im Vergleich zu etwa 200.000 Stunden aus London 2012. Marktforscher im Auftrag des IOC sagen, dass hinsichtlich der Anziehungskraft und Bekanntheit die Olympischen Spiele alle anderen globalen Sportereignisse hinter sich gelassen hätten.

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