Mo, 21. Mai 2018

Schildberg-Morde

06.12.2016 19:16

Martina R. (35) lebte etliche Tage mit den Toten

Immer mehr dramatische Details kommen nach der am Donnerstag in der Ortschaft Schildberg in Niederösterreich entdeckten Familientragödie mit sechs Toten ans Licht. So dürfte Martina R. (35), die ihre ganze Familie erschossen hat, etliche Tage neben den Leichen ihrer Angehörigen verbracht haben. Dann erst setzte sie ihrem eigenen Leben ein Ende.

Der Tatzeitpunkt "wird um den 20. November angenommen", sagte Michaela Obenaus, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft St. Pölten, am Dienstag. "Nach dem derzeitigen Erhebungsstand" sei zudem davon auszugehen, dass die 35-Jährige "erst einige Tage später Selbstmord verübt hat".

Obenaus zufolge wurde der Staatsanwaltschaft am Dienstagvormittag der Bericht des Landeskriminalamtes übermittelt. Das Ergebnis der Obduktion sei ein vorläufiges, ein endgültiges inklusive toxikologischer Untersuchung sei "in frühestens zwei Monaten" zu erwarten. Dass alle Opfer erschossen worden sind - neben der Täterin starb ihre Mutter Mathilde R. (59), ihr Bruder Peter (41) und ihre drei Kinder Sebastian (10), Fabian (9) und Michelle (7) -, stehe aber fest.

Weiterhin Rätselraten um Motiv
Das genaue Motiv für die Familientragödie sei weiterhin unklar, so die Sprecherin. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Krebserkrankung der Mutter der mutmaßlichen Täterin "eine Rolle gespielt hat". Dass sich eine solche bei der Obduktion bestätigt hatte, war bereits am Montag bekannt gegeben worden.

Zu jenem Brief, der am Tatort sichergestellt wurde und über den die "Krone" die Exekutive in Kenntnis gesetzt hatte, bestätigte Obenaus, dass dieser von einem Bekannten der 35-Jährigen stamme. Die mutmaßliche Täterin habe mit dem Mann namens Stefan persönlich wie auch per SMS Kontakt gehabt. Es gebe jedoch "keinerlei Anhaltspunkte, dass der Bekannte in das Geschehen involviert war". Dasselbe gelte auch für den Vater der drei Kinder.

Video: Die Lebensgeschichte der ausgelöschten Familie

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