Di, 21. November 2017

Appell an alle

06.12.2016 15:26

Van der Bellen an Nation: „Sind ein Österreich“

Nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses der Bundespräsidenten-Stichwahl durch Innenminister Wolfgang Sobotka hat Wahlsieger Alexander Van der Bellen im Wiener Palais Schönburg am Dienstagnachmittag ein Pressestatement abgegeben. Van der Bellen gratulierte dabei erneut seinem Kontrahenten Norbert Hofer zu dessen "respektablem Ergebnis" und betonte, ein Bundespräsident aller Österreicher sein zu wollen, "egal ob sie mich gewählt haben oder nicht". Für Österreich wünsche er sich jetzt "eine Zeit des Friedens und der Versöhnung".

Van der Bellens erstes Anliegen war es am Dienstag, den Wählern von Hofer die Hand zur Versöhnung zu reichen. Es folgte ein Aufruf zum Miteinander, denn "Österreich, das sind wir doch alle miteinander". Hofer persönlich und seiner Familie drückte Van der Bellen seinen Respekt aus und gratulierte zum "sehr respektablen Ergebnis".

Sein Versprechen an Hofer-Wähler, "die jetzt vielleicht ein wenig enttäuscht und traurig sind", lautet, dass er der Bundespräsident aller Österreicherinnen und Österreicher sein werde, "egal ob sie mich gewählt haben oder nicht". Van der Bellen: "Es war die Rede von einer Teilung Österreichs. Aber wer sind denn diese sogenannten Hälften? Das sind doch keine in alle Ewigkeit feststehenden Blöcke aus Beton, sondern diese sogenannten Hälften bestehen doch aus Menschen. Aus vielen einzelnen, verschiedenen Menschen. Menschen mit verschiedenen Lebensgeschichten, Lebensentwürfen und Überzeugungen. Und wir alle gemeinsam sind Österreich."

Van der Bellen nicht für "Schüsse aus der Hüfte" zu haben
Aus der hohen Wahlbeteiligung liest der neu gewählte Bundespräsident heraus, dass von der vielfach herbeigeredeten gestiegenen Politikverdrossenheit in der Bevölkerung nichts zu spüren sei. Zugleich ist Van der Bellen guter Dinge, "dass wir Zeiten mit hohem politischen Interesse erleben werden". Sein Amt, so Van der Bellen, werde er behutsam und bedacht im Sinne der Republik ausüben: das Gemeinsame vor das Trennende stellen, unabhängig von Parteiinteressen Österreich und seinen Menschen dienen. Für Schüsse aus der Hüfte sei er jedenfalls nicht zu haben, so Van der Bellen, der wohlüberlegte Entscheidungen bevorzugt.

Rot-weiß-rotes Signal an Europa
Seine Wahl versteht Van der Bellen als rot-weiß-rotes-Signal an die Hauptstädte und Dörfer Europas, dass "eine Politik des Miteinanders, eine Politik, die sich auf gemeinsame europäische Werte besinnt, zum Erfolg führen kann". Als Beispiel dafür führte der neu gewählte Bundespräsident an, dass er seinerzeit in einem sehr armen Dorf aufgewachsen sei und er aus dieser Zeit wisse, "was alles möglich ist, wenn man sich zusammentut". Dieses Wissen werde er als Bundespräsident zum Wohle Österreichs einsetzen.

Weihnachtszeit eine Zeit des Friedens
Van der Bellen strich weiters hervor, dass der Abschluss eines langen und teilweise anstrengenden Wahlkampfs genau in die Vorweihnachtszeit falle: eine Zeit des Friedens und der Versöhnung, und genau das wünsche er sich auch für Österreich.

Abschließend ein Appell des designierten Staatsoberhauptes:

"Zum Walzertanzen braucht es zwei.
Wir können nur gemeinsam weiterkommen.
Zum Walzertanzen braucht es auch Takt.
Denken wir daran, dass wir taktvoll,
ohne Beschuldigungen und Vorwürfe miteinander reden.

Der Wille zur Zusammenarbeit hat unser Land
in der Vergangenheit so groß gemacht.
Das Vertrauen, dass wir gemeinsam Erfolg haben,
wenn alle konstruktiven Kräfte zusammenhelfen.

Den Weg zueinander legen wir schneller zurück,
wenn wir von beiden Enden aufeinander zugehen.
Und so lange dieser Weg auch sein mag,
er beginnt mit dem ersten Schritt.
Gehen wir ihn."

 krone.at
Redaktion
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