"Hausdurchsuchung!"

Wenn der GIS-Mann zweimal klingelt...

Der ORF erhöht Gebühren: Das Konsumieren der ORF-Programme soll künftig um 4 Cent pro Tag teurer werden: ORF-Generaldirektor Chef Alexander Wrabetz wird Mitte Dezember im Stiftungsrat eine "Valorisierung" des Programmentgelts um 7,7 % beantragen. Die Mitarbeiter des Gebührenservice sind oft mit übertriebenem Enthusiasmus am Werk und wirken, als wären sie knapp davor, die Türe einzutreten. Hausdurchsuchung, Polizei-Drohung und Co.: Was passiert wenn der GIS-Mann zweimal klingelt?

"Gerade eben ist ein GIS-Mitarbeiter vor meiner Türe aufgetaucht. Das präpotente sechsmalige Klingeln hätte diese unangenehme Begegnung nicht besser einläuten können..." liest sich regelmäßig in den diversen Foren im Web.

Irgendwann passiert es jedem: Ein GIS-Mitarbeiter klingelt. Hat man die Tür nur einen kleinen Spalt aufgemacht, steht dieser schon auf der Türmatte, die eine Hälfte seiner Schuhe ragt über die Schwelle, obwohl im Stiegenhaus definitiv kein Platzmangel besteht. Nachdem er seine Einleitung mit "Ich bin von der GIS und es geht um ihre Anmeldung..." beginnt, unterbricht man ihn mit "Kein Interesse" und begibt sich, die Tür umständlich geschlossen, in die Küche. Plötzlich hört man ein Kratzgeräuscht, geht wieder zur Tür hin, lugt durch den Spion und sieht direkt in die Pupille des GIS-Beraters... Gruselig genug. Aber, es geht auch schlimmer. Hier unsere fünf "Best- of" der GIS-Besuche":

#1. "Wenn sie nicht aufmachen, komme ich mit der Polizei wieder!"
Wenn ihr aggressiv auf den Kundenberater los geht, ihn bedroht oder anderwertig Angst einjagt, darf dieser die Polizei hinzuziehen. Zu Recht. In anderen Fällen, wie etwa bei Auskunftsverweigerung, jedoch nicht. Keine Sorge!

#2. "Sie müssen mich rein lassen, ansonsten beantrage ich eine Hausdurchsuchung!"
Keine Angst, so schnell geht das nicht! Es wird garantiert niemand während ihr beim Billa einkaufen seid, mit einem Hammer eure Tür einschlagen oder diese mit Stahlstiefeln eintreten! Zumindest niemand von der GIS... Diese kann zwar bei Vorliegen eines begründeten Verdachts, dass keine Gebühren gezahlt werden, die Bezirksverwaltungsbehörde verständigen, die euch ihrerseits wieder zu einer Stellungnahme auffordern kann. Erst wenn jedoch der Verdacht besteht, dass die Stellungnahme falsch ist, kann mit Gerichtsbeschluss der Zutritt erzwungen werden.

#3. "Ich bleibe so lange vor ihrer Türe stehen bis sie diese freiwillig öffen und mich hinein lassen!"
Grundsätzlich kann der GIS-Kundenberater so lange vor ihrer Türe stehen und sooft drohen wie er möchte. Ihr müsst ihn nicht hinein lassen. Auch nicht, wenn er drei Stunden vor eurer Wohnungstür verharrt und ihr diese dann irgendwann verlassen müsst, um auf die Uni oder in die Arbeit zu gehen.

#4. "Geben Sie lieber freiwillig zu, dass Sie einen Fernseher haben. Wir haben Peilsender, mit denen wir das feststellen können!"
Blödsinn! Der nette Herr Kundenberater hat wohl zu viel CSI geschaut oder wäre lieber beim Kriminaldienst als beim Gebührenservice. Es gibt keine Peilsender, die überprüfen, wer gerade fernsieht, keinen Alarm, welcher im GIS-Gebäude angeht sobald ihr "How I met your mother" auf ORF anseht - auch kein Ortungssystem, das euch auf Schritt und Tritt verfolgt, damit die Kundenberater sehen, wann ihr zu Hause seid.

#5. "Wenn Sie mich jetzt nicht rein lassen, komme ich jeden Tag wieder vorbei!"
Soll er und kann er. Rein lassen müsst ihr ihn trotzdem nicht.

Laut Gesetz ist die Sache übrigens ganz einfach: GIS-Gebühren müssen alle bezahlen, die in Österreich leben und funktionstüchtige Geräte zum Empfang öffentlich-rechtlichen Rundfunks besitzen - sprich: Fernsehen oder Radio. Für Computer mit Internet-Anschluss muss, laut Verwaltungsgerichtshof (VwGH), derzeit keine Rundfunkgebühr gezahlt werden.

Was meint ihr? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

ich

Julia Ichner
Julia Ichner
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