Di, 21. November 2017

Verletzungsgefahr!

25.10.2011 11:10

So machst du deinen Haushalt kindersicher

Mit den Augen eines Kindes betrachtet, bietet ein Haushalt unzählige Möglichkeiten für allerlei spannende Erforschungen: Was verbirgt sich hinter den Löchern einer Steckdose? Und wie schmeckt eigentlich der blaue Saft, mit dem Mama und Papa die Teller abwaschen? Wenn den kleinen Forschern nicht das Handwerk gelegt wird, drohen ernsthafte Verletzungen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können. Hier erfährst du, wie du deinen Haushalt kindersicher machen kannst.

Über 40 Prozent aller Unfälle mit Kindern ereignen sich im eigenen Haushalt. Die Folgen reichen dabei von Prellungen, Quetschungen, Verbrennungen, Vergiftungen bis hin zu Ertrinken und Ersticken. Am größten ist das Unfallrisiko bei Kindern bis zu einem Alter von vier Jahren.

Bei vielen Unfällen sind Haushaltsgegenstände oder elektrische Haushaltsgeräte involviert, die Unfallorte sind zumeist Küche oder Wohnzimmer. Natürlich kann man nicht alle Unfallursachen beseitigen, aber die gängigsten Fallen können mit wenig Aufwand entschärft werden – und derer gibt es ganz schön viele!

Gefahrenzone 1: Steckdosen
Steckdosen haben eine besondere Anziehungskraft auf Kinder. Zu gerne wird ausprobiert, was passiert, wenn man seinen Finger oder etwas ähnlich Geeignetes in die kleinen Löcher steckt. Die Folge: Stromschlag. Steckdosen sollten daher jedenfalls mit entsprechenden kindersicheren Schiebe-Einsätzen gesichert werden.

Gefahrenzone 2: Fenster und Balkone
Ein Fenster offen vergessen oder die Balkontüre nicht richtig verschlossen - und schon ist dein Kind in höchster Gefahr. Denn auf ein Fensterbrett kann man schnell klettern, besonders wenn Aufstiegshilfen wie Sessel oder Tische in nächster Nähe stehen. Entschärfen kannst du diese Gefahrenzone, indem du Fenster mit Gittern sicherst bzw. versperrbare Fenster- und Türgriffe montierst. Mit diesen kannst du immer noch lüften, aber ein Queröffnen der Fenster bzw. Balkontüre ist für Kinder nicht mehr möglich.

Gefahrenzone 3: Treppen
Wenn es in einem Haushalt frei zugängliche Treppen gibt, dann müssen diese unbedingt durch ein Gitter versperrt werden. Denn schnell passiert es, dass die lieben Kleinen Mama nachkrabbeln, die soeben über die Stiegen nach unten bzw. nach oben verschwunden ist. Dabei kann das Kind aus dem Gleichgewicht kommen und stürzen. Wichtig: Die Treppe muss am unteren und oberen Ende gesichert sein, denn auch bei einem kurzen Aufstieg von unten kann dein Kind schwer stürzen.

Gefahrenzone 4: Wasser
Eine ganz besondere Gefahrenquelle ist Wasser. Denn schon wenige Zentimeter in einer Wanne oder Brausetasse können genügen, um dein Kind in eine wirklich gefährliche Situation zu bringen. Daher das Kind beim Baden oder Schwimmen nie aus den Augen lassen! Biotope oder Ähnliches sollten immer mit einem Schutzgitter gesichert sein.

Gefahrenzone 5: Küche
Die Küche ist ein ganz besonderer Gefahrenherd – im wahrsten Sinne des Wortes. Schwere Töpfe und Pfannen auf der heißen Herdplatte können von deinem Kind leicht zu Fall gebracht werden und dabei zu Verbrennungen oder anderen schlimmen Verletzungen führen. Herdabdeckplatten bzw. das Aufstellen der Pfannen mit dem Griff zur Herdrückseite können hier helfen. Moderne Elektro-Herde haben außerdem einen Code-Schutz, bei dem das Ceranfeld erst nach Eingabe einer Tastenkombination aktiviert werden kann.

Dennoch musst du in der Küche ganz besonders aufpassen und darfst dein Kind nie aus den Augen lassen – schließlich gibt es hier neben Töpfen und Pfannen auch noch scharfe Gegenstände wie Messer und Gabeln. Diese solltest du unerreichbar aufbewahren.

Gefahrenzone 6: Essenstisch
Ebenso sind Esstische eine potentielle Gefahrenquelle, besonders jene mit Tischdecke. Dein Kind zieht kurz an – und schon ergießt sich der brennheiße Kaffee oder Tee über seinen Körper. Also: Am besten die Tischdecke weglassen und heiße Getränke bzw. Speisen ebenso wie Besteck in der Mitte platzieren.

Gefahrenzone 7: Hochstühle, Hochbetten und Wickeltische
Auch hier sind Stürze schnell geschehen! Bei Hochstühlen helfen Sicherheitsgurte, um zu verhindern, dass das Kind selbständig aus dem Sessel "aussteigen" kann, wenn Mama und Papa mal nicht hinsehen. Hochbetten können durch Seitenwände entschärft werden bzw. dämpft eine Unterlagsmatte den Aufprall, wenn es doch zum Sturz kommt. Ebenso sollten Wickeltische durch leicht erhöhte Seitenwände gesichert werden.

Gefahrenzone 8: Ecken und Kanten
Begib dich doch einmal in Augenhöhe deines Kindes. Du wirst mit Erstaunen feststellen, dass sich auf einmal alle gefährlichen Ecken und Kanten, die normalerweise bei dir bestenfalls einen blauen Fleck in der Hüftgegend erzeugen, nun genau in Kopfhöhe befinden. Beim Fangenspielen ausgerutscht - und schon musst du mit deinem Kind zur Notfallambulanz fahren. Diese Gefahrenquelle kannst du durch entsprechende Sicherheitsaufsätze entschärfen, welche die scharfen Kanten abrunden und einen Zusammenstoß weniger risikoreich machen.

Gefahrenzone 9: Medikamente, Reinigungsmittel etc.
Kleine bunte Kügelchen und Flüssigkeiten... für Kinder ein Traum – sehen diese Dinge doch aus wie begehrenswerte Leckereien. Zu den gefährlichen Substanzen zählen neben Medikamenten und Reinigungs- bzw. Waschmitteln auch Körperpflegeprodukte, Insektensprays, Blumendünger und Ähnliches. Daher gilt: Derartige Substanzen unbedingt versperrt aufbewahren. Schlösser können auch nachträglich auf Kästen und Vitrinen angebracht werden – erkundige dich einfach einmal im nächsten Baumarkt.

Gefahrenzone 10: Alkohol und Nikotin
Diese Substanzen sind schon für uns Erwachsene nicht gesundheitsförderlich, für Kinder sind sie allerdings schlichtweg gefährlich. Das Essen von wenigen Zigarettenstummeln aus einem vergessenen Aschenbecher kann schon tödlich sein. Daher sollten Zigaretten und alkoholische Getränke für Kinder ebenso unerreichbar aufbewahrt werden wie Reinigungsmittel.

Gefahrenzone 11: Herabfallende Gegenstände
Schau dich nach Gegenständen um, die von oben auf dein Kind herabfallen könnten. Gefährlich sind z.B. Spitzendecken, auf denen Vasen oder Kerzenleuchter stehen. Auch Pflanzen sind hier zu beachten. Apropos Pflanzen: Giftige Pflanzen solltest du aus der Reichweite deines Kindes verbannen! Aber ebenso können Bügeleisen oder HiFi-Geräte zur Gefahr für dein Kind werden, wenn diese durch ein herabhängendes Kabel für dein Kind leicht erreichbar sind und zum Herabstürzen gebracht werden können.

Gefahrenzone 12: Seile, Schnüre, Kabel
Diese Dinge solltest du nicht offen herumliegen lassen – dein Kind kann sich sonst leicht damit strangulieren. Kabel kannst du mithilfe eines Kabelrollers verkürzen, sodass die Gefahr einer Verletzung sinkt. Vorsicht auch bei Kordeln an Jacken oder anderen Kleidungsstücken - diese können beim Spielen ganz schön gefährlich werden.

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