Di, 20. Februar 2018

Wahl-Unentschieden

04.12.2016 22:03

In Weißensee gibt es keinen Verlierer

Viel hat sich am Wahlergebnis in Kärnten nicht geändert. Wieder hat FP-Kandidat Norbert Hofer die Nase vorn - er konnte in 115 von 132 Gemeinden punkten. Einzelne Auszählungen überraschten dennoch: So siegte der künftige Bundespräsident Alexander Van der Bellen etwa in Hermagor, Mallnitz und rund um Klagenfurt.

Der "Speckgürtel" um Klagenfurt gehört auf den ersten Blick dem ehemaligen Grünen-Chef: Van der Bellen gewann nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern auch in Köttmannsdorf, Krumpendorf, Keutschach, Ludmannsdorf, Maria Saal, Maria Wörth, Pörtschach, Feistritz im Rosental und natürlich in Zell. Dass er dort wieder mehr als drei Viertel der Stimmen erreichte - genau 233 gegenüber 72 für Hofer - half letztlich aber nichts. Der Bezirk Klagenfurt-Land ging mit 54,2 Prozent erneut an Hofer, nicht zuletzt "dank" Ebenthal, Ferlach und Grafenstein, wo der FP-Kandidat sogar 64 Prozent einfuhr.

Auch in den übrigen Bezirken gelangen Van der Bellen nur Ausreißer-Erfolge. Hermagor drehte er zwar um - von 45,6 auf 51,2 Prozent - und in Mallnitz siegte er "arschknapp" (© der künftige Präsident Van der Bellen selbst) mit gezählten 13 Stimmen Vorsprung. In St. Jakob im Rosental waren es immerhin 19, in Lesachtal 28, in Bad Eisenkappel-Vellach 203. Auch Berg im Drautal brachte VdB diesmal mit 52,4 Prozent zum "Ergrünen". Insgesamt konnte er damit 16 Gemeinden erobern - im Mai waren es nur fünf gewesen.

Doch 115 Kärntner Gemeinden wurden auf der präsidialen Wahlkarte erneut blau eingefärbt - in den "üblichen" Gemeinden wie Stall im Mölltal (79,68 Prozent für Hofer), Deutsch-Griffen (78,37 Prozent), St. Urban (74,37) und Glödnitz (72,98) blieben Sympathisanten der Grünen besonders deutlich in der Minderheit, wenngleich Hofer auch hier leichte Stimmenverluste hinnehmen musste - in der FP-Hochburg Mühldorf büßte er genau drei Wähler ein.

Im Bezirk Feldkirchen gab Hofer nicht einmal eine Gemeinde ab - er verlor insgesamt zwar 3,56 Prozent der Stimmen, brachte es letztlich aber immer noch auf 63,27 Prozent.

Auch in Spittal, Wolfsberg, Völkermarkt, St. Veit, und Villach gab’s für die roten Bürgermeister herbe Enttäuschungen; überall hatte Hofer die Nase vorne.

Aus der Reihe tanzt im ganzen Land nur ein Flecken auf der Landkarte: Weißensee ist weder blau noch gelb (Grün durfte für den "unabhängigen" VdB auf den offiziellen Wahlkarten ja nicht verwendet werden): Exakt 194 Weißenseer wollen VdB als Staatschef sehen - und ebenso 194 Hofer. Diese einzigartige Pattsituation verdeutlicht, welche politischen Gräben durch diesen Extremwahlkampf aufgerissen worden sind.

Was Landeshauptmann Peter Kaiser zum Ausgang der Bundespräsidentenwahl sagt und wie er das Kärntner Ergebnis sieht, lesen Sie hier.

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