So, 25. Februar 2018

Volksanwaltschaft

04.12.2016 19:20

Rüffel für Kärntner Behindertenpolitik

Die Volksanwaltschaft hat Kärnten derzeit besonders im Visier: Nicht nur in Pflegeheimen wurden in jüngster Zeit Missstände aufgedeckt - jetzt geht es auch um den Umgang mit geistig beeinträchtigten Menschen. "Die Situation ist teilweise dramatisch!", schimpft Volksanwalt Günter Kräuter und fordert ein rasches Umdenken.

"Chronisch psychisch kranke Menschen werden in Kärnten oft noch immer abgeschottet wie vor 40 Jahren", erklärt Volksanwalt Kräuter im "Krone"-Gespräch. Laut Recherchen seines Teams seien etwa 700 Personen betroffen, die isoliert auf Bauernhöfen oder zusammengepfercht in ländlichen Einrichtungen leben müssen.

"Von dem UN-Ziel eines selbst bestimmten Lebens ist man da weit entfernt!", mahnt Kräuter. "Es fehlt an Angeboten für die Betroffenen, an Hilfestellung. Sie werden von der Außenwelt teilweise komplett fern gehalten." Schuld daran habe aber keineswegs das Personal: "Dieses möchte ich wirklich loben! Viele bemühen sich sehr, stoßen aber rasch an Grenzen."

Es gehe vielmehr darum, dass Kärnten für psychisch Kranke nur niedrige Pflegesätze zahle. "Das sogenannte Kärntner Chancengleichheitsgesetz muss dringend geändert werden. Denn so ist es eine Benachteiligung."

Über Kräuters Forderung soll demnächst auch im Landtag diskutiert werden.

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