Di, 20. Februar 2018

Kontrollen

02.12.2016 15:29

"Illegale auf Güterzügen riskieren ihr Leben!"

An die 11.000 Illegale wurden heuer bereits in Tirol aufgegriffen - gäbe es keine italienischen Kontrollen, wären es wohl um viele Tausende mehr! Zahlreiche Flüchtlinge lassen sich aber dennoch nicht aufhalten und begeben sich via Güterzug auf die lebensgefährliche Reise nach Deutschland. Dort gibt es nun vermehrt Schwerpunktaktionen - Streckensperren inklusive.

Mittwoch Früh, kurz nach 5.30 Uhr in Oberaudorf (D): Ein Nigerianer (27) springt von einem Güterzug, der in Italien gestartet war. Vermutlich harrte der Illegale die ganze Fahrt über bei eisigen Temperaturen auf dem Waggon aus. Er blieb unverletzt und wurde geschnappt. Knapp zwei Stunden später ging bei der deutschen Polizei ein ähnlicher Notruf ein. Schauplatz dieses Mal: Kiefersfelden nahe der Tiroler Grenze. Zeugen beobachteten, wie sich fünf Afrikaner von einem fahrenden Güterzug stürzten - eine Frau und zwei Männer aus Nigeria wurden erwischt, zwei weitere ergriffen die Flucht.

Fast 200 Illegale auf Waggons in Tirol und Bayern entdeckt

Auch ihr Weg führte von Italien über Tirol nach Bayern. Alles in allem verzeichnete die deutsche Bundespolizei im Oktober und November 180 Illegale, die auf diese lebensgefährliche Art und Weise eingereist sind. Und auch in Tirol wurden schon Flüchtlinge auf Güterzügen entdeckt - wie etwa Mitte November in Kufstein (zehn Personen) oder Dienstag zwischen Wörgl und Kirchbichl (vier Personen).

Die deutsche Polizei zog nun im wahrsten Sinne die Notbremse und führte Donnerstag und Freitag Schwerpunktkontrollen durch. "Es geht hier um Menschenleben", heißt es. Aufgrund dessen musste auch die viel befahrene Bahnstrecke über das "deutsche Eck" mehrmals gesperrt werden. Und damit hat man bei den ÖBB wenig Freude. "Allein am Donnerstag verzeichneten wir bei elf Personenzügen insgesamt 370 Minuten Verspätung", erklärt Sprecher Rene Zumtobel. "Für einen planbaren Zugverkehr ist das nicht akzeptabel."

Kontrollen bei Güterzügen ab sofort auch in Tirol

Weitere Schwerpunktaktionen werden von Seiten der deutschen Polizei nicht ausgeschlossen. Um große Verspätungen und eventuell auch Anhaltungen in Bayern zu vermeiden, werden deshalb nun auch bereits in Tirol verstärkt von Italien kommende Güterzüge kontrolliert - Freitag erfolgte am Innsbrucker Frachtenbahnhof der Startschuss…

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