Mo, 23. Oktober 2017

30 Mio. € gestohlen

02.12.2016 20:37

Hacker-Angriff auf russische Zentralbank

Unbekannte Hacker haben bei Russlands Zentralbank einen Millionenbetrag erbeutet. Es seien insgesamt zwei Milliarden Rubel (umgerechnet rund 30 Millionen Euro) mittels gefälschter Zugangscodes von Konten abgeräumt worden, teilte ein Mitarbeiter der Zentralbank am Freitag mit. Insgesamt hätten die Diebe versucht, an fünf Milliarden Rubel (mehr als 70 Milliarden Euro) zu kommen. Laut Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB soll außerdem ein groß angelegter Cyberangriff auf das Bankensystem des Landes geplant gewesen sein. Das sei vereitelt worden.

Bei dem Angriff sollten Server genutzt werden, die in den Niederlanden stationiert und auf eine ukrainische Verleihfirma namens BlazingFast registriert seien. Die Falschmeldungen sollten von einer Krise im Bankensystem, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln. "Der FSB hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts- und Informationssicherheit zu neutralisieren", hieß es in der Mitteilung.

Der Chef von BlazingFast, Anton Onopritschuk, sagte, weder der FSB noch irgendein anderer Geheimdienst hätten ihn kontaktiert. Er warte derzeit auf nähere Informationen, um selbst den Anschuldigungen nachgehen zu können. Technisch sei es aber möglich, dass die Server des Unternehmens gemietet und für Cyberangriffe genutzt werden könnten. "In 99 Prozent der Fälle erfährt man erst im Nachgang von Angriffen", sagte Onopritschuk.

Spannungen mit den USA
In Russland gilt eine erhöhte Warnstufe für Cyberangriffe, insbesondere seit den Vorwürfen aus den USA, wonach die Regierung in Moskau an dem Hackerangriff auf die Demokratische Partei während des Wahlkampfs beteiligt gewesen sein soll. US-Vizepräsident Joe Biden hatte damals erklärt, die USA würden "eine "verhältnismäßige" Antwort darauf finden. Seither hat es eine Reihe von Cyberangriffen auf russische Einrichtungen gegeben, es ist aber unklar, ob sie in Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Regierungen in Moskau und Washington stehen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).