Di, 21. November 2017

Sturm in NÖ und Wien

02.12.2016 12:19

Böen bis zu 140 km/h - Feuerwehr im Dauereinsatz

Mit Spitzen von bis zu 140 km/h sind in der Nacht auf Freitag gewaltige Sturmböen über Niederösterreich hinweggefegt. Die Feuerwehr musste besonders im Süden des Landes zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Betroffen waren vor allem Gemeinden in den Bezirken Neunkirchen, Baden und Mödling. So stürzte etwa ein Baum auf ein Haus, Trampoline machten sich "selbstständig", Dächer wurden abgedeckt. Auch in Wien heulte in der Nacht sowie am Morgen der Sturm, größere Schäden blieben aber aus. Gegen Nachmittag soll sich die Lage entspannen.

Feuerwehrsprecher Franz Resperger berichtete Freitagfrüh von etwa 140 Einsätzen im niederösterreichischen Industrieviertel seit Mitternacht. Er ging davon aus, dass die Zahl noch steigen wird, die Aufräumarbeiten würden wohl den ganzen Tag andauern.

Auto vom Sturm gegen Leitschiene gedrückt
In Neunkirchen stürzte dem Sprecher zufolge eine etwa 20 Meter hohe Fichte auf ein Einfamilienhaus. Zwischen Seebenstein und Grimmenstein wurde ein Auto auf der Südautobahn (A2) gegen die Leitschiene gedrückt und total beschädigt. Der Lenker blieb glücklicherweise unverletzt.

Lkw-Anhänger auf A2 vom Wind umgeworfen
Am Vormittag war die Südautobahn ab Höhe Wiener Neudorf zudem für kurze Zeit lahmgelegt. Ein Lkw-Anhänger kippte auf der Richtungsfahrbahn Graz aufgrund des Sturms um, das Zugfahrzeug kam daraufhin quer über die Fahrbahn zum Stillstand.

Die Feuerwehr musste daraufhin die Planen abmontieren, da diese dem Wind zu viel Angriffsfläche boten. Danach konnte der Anhänger per Seilwinden wieder aufgestellt werden. Es bildete sich aufgrund des Unfalls innerhalb kürzester Zeit ein Rückstau bis Wien zurück.

In Gemeinden an der Südbahnstrecke im Bezirk Baden stürzten Bäume unter anderem auf Autos und in Strom- und Telefonleitungen.

Trampoline machten sich "selbstständig"
Die Freiwillige Feuerwehr Maria Enzersdorf teilte mit, dass bei einer Baustelle lose Blechteile vom Dach eines Mehrparteienwohnhauses aus rund 15 Metern herabgefallen waren.

In der Folge mussten die Helfer in der Gemeinde gleich zwei Trampoline sichern, die sich "selbstständig" gemacht hatten und auf eine Straße bzw. auf einen Parkplatz - und dort gegen ein Auto - geweht worden waren.

Eine Reklametafel, die umzustürzen drohte, musste entfernt werden.

In Wiener Neudorf mussten Helfer unter anderem lose Dachteile eines Hauses entfernen, teilte die Freiwillige Feuerwehr in der Früh mit.

Die ÖBB berichteten von einer Oberleitungsstörung im Semmeringgebiet auf niederösterreichischer Seite. Für Fernverkehrszüge wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Mürzzuschlag und Gloggnitz, für den Nahverkehr zwischen Semmering und Breitenstein eingerichtet.

Wien: Sturmböen bis zu 100 km/h
Auch in Wien wütete der Sturm, in der Nacht auf Freitag musste die Feuerwehr zu rund 120 Einsätzen ausrücken. Die Hälfte davon absolvierten die Einsatzkräfte zwischen 5.30 und 8 Uhr, sagte Sprecher Christian Feiler. Die Böen erreichten Spitzen bis zu 100 km/h.

Im Bezirk Liesing wurde etwa das Blechdach einer Lagerhalle stellenweise abgedeckt. Die Feuerwehr war mit 14 Kräften und vier Fahrzeugen vor Ort, um die Schäden zu beheben. Einsetzender Regen habe die Arbeit jedoch erschwert, so Feiler.

Vielerorts mussten Baustellenabsperrungen nachgesichert werden, die Helfer wurden zudem wegen loser Fensterflügel, umgefallener Motorräder oder abgebrochener Äste gerufen. Gröbere Schäden habe es aber nicht gegeben, so der Feuerwehrsprecher.

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