So, 22. Oktober 2017

Postamt in Steyr

01.12.2016 17:49

Kinder wünschen sich vom Christkind heile Welt

Kinderbriefe ans Christkind - sie gehören zu den Schätzen des  Weihnachtspostamts in  Christkindl bei Steyr. Doch der süß-naive Kinderglaube  gehört - leider - immer mehr der Vergangenheit an. Die Wünsche werden immer materieller. Berührend sind jene Briefe, in denen sich Kinder eine heile Familie wünschen.

„Mama und Papa sollen sich wieder versöhnen. Der Papa ist ausgezogen, weil er
eine andere Frau hat. Am schönsten wäre es, wenn er zu Weihnachten wieder zurückkommt und bei uns bleibt.“

 „Wenn wir solche Briefe lesen, geht das schon unter die  Haut“, sagt Claudia Engel, die seit mehr als 30 Jahren beim Weihnachtspostamt arbeitet, das sechs Wochen im Jahr aufsperrt und in dieser Zeit 1,8 Millionen Briefe mit dem begehrten Stempel versieht. Etwa 15.000 Briefe sind direkt an das Christkind adressiert. Sie kommen aus aller Welt, gerade sind auch sehr viele Schreiben aus Taiwan dabei.

Immer mehr materielle Wünsche
„Die Briefe der Kleinen sind meistens nicht sehr lang, oft nur zwei, drei Sätze. Ein Bub schreibt zum Beispiel, dass er sich freut, wenn er seinen Papa alle vierzehn Tage sehen darf, aber dass ihm das zu wenig ist“, erzählt Engel. Solche Schreiben sind aber relativ selten, nicht die Masse.

Nachdenklich macht die „himmlische“ Postlerin, dass seit fünf, sechs Jahren in den Kinderbriefen die materielle Welt immer stärker sichtbar wird: „Früher haben sich die Kinder ein schönes Weihnachtsfest, eventuell Kekserln, einen Besuch von der Oma, weil sie die so selten  sehen und super Schnee zum Skifahren gewünscht. Heutzutage machst du einen Brief auf, und es flattern dir die Ausschnitte aus den Katalogen entgegen, damit das Christkind ja das richtige Spielzeug bringt. Da weiß ich oft nicht einmal, was das wieder für ein technisches  Produkt ist“, sinniert Engel über den Wandel der Zeit.

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