Di, 21. November 2017

Drogenkriminalität

01.12.2016 09:55

Google Trends könnte Straftaten vorhersagen

"Google Trends" verrät, wonach wie oft in Googles Suchmaschine gesucht wird. Doch der Dienst des Internetkonzerns könnte auch genutzt werden, um Straftaten vorherzusagen, wie jetzt Forscher des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern anhand des Suchbegriffs "Methamphetamin" in Deutschland, der Schweiz und Österreich zeigen.

Was Nutzer in ihre Suchmaschinen eingeben, kann Aufschluss über die Popularität verschiedenster Themen und Begriffe geben. Da Google die entsprechenden Daten kostenlos zur Verfügung stellt, benutzen Forschende diese Möglichkeit, um die Dynamik gesellschaftlicher Entwicklungen zu studieren. Besonders interessant ist die Frage, ob sich Suchtrends dafür eignen, gewisse Phänomene vorherzusagen.

Zuletzt wurde dieses Instrument zum Beispiel im US-Wahlkampf eingesetzt, um Verschiebungen in der Wählergunst schneller abzubilden als klassische Meinungsumfragen. Der bekannteste derartige Versuch ist jedoch Googles "Flu Trends"-Service, der das Auftreten von Grippeepidemien zeitlich und geografisch mit einiger Genauigkeit voraussagen kann.

Suchanfragen und Drogenaktivitäten verlaufen parallel
Nun haben Forscher um Michael Liebrenz vom Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern untersucht, ob sich Suchanfragen zum Begriff "Methamphetamin" - einer synthetisch hergestellten, stimulierenden Droge - dazu benutzen lassen, illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Suchtmittel vorherzusagen. Sie verglichen dafür die zeitliche Häufigkeit, mit der online nach Methamphetamin gesucht wurde, mit entsprechenden Kriminalstatistiken aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Die Forscher fanden, dass Suchanfragen und illegale Drogenaktivitäten in den letzten zehn Jahren ungefähr parallel verliefen. "Es scheint demnach möglich, dass die Suchaktivität der kriminellen Aktivität vorausgeht und sich als Prädiktor eigne", so Liebrenz. Obwohl weitere Untersuchungen nötig seien, empfehlen die Forscher den Strafverfolgungsbehörden, "Suchtrends zur Planung präventiver Maßnahmen zu evaluieren".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden