So, 19. November 2017

Notausgang versperrt

30.11.2016 16:30

Türkei: Zwölf Tote bei Brand in Mädcheninternat

Bei einem Brand in einem türkischen Mädcheninternat sind am Dienstagabend zwölf Menschen getötet worden. Unter den Opfern der Feuersbrunst in der südlichen Provinz Adana waren zumindest elf halbwüchsige Mädchen und eine erwachsene Mitarbeiterin, hieß es in offiziellen Angaben. 22 weitere Mädchen wurden verletzt. Wie die Nachrichtenagentur Dogan am Mittwoch meldete, wurden sechs Personen verhaftet. Ihnen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Bei dem Brand in der Nacht auf Mittwoch in Aladag in der südtürkischen Provinz Adana kamen elf Schülerinnen und eine Betreuerin ums Leben - offenbar weil sich die Tür zum Notausgang nicht öffnen ließ. Laut Angaben des Bürgermeisters der Provinzhauptstadt Adana, Hüseyin Sözlü, waren die elf Schülerinnen jünger als 14 Jahre.

Ihre Leichen wurden vor der verschlossenen Tür zu einer Feuerstiege gefunden. "Offenbar war die Tür mit einem Schlüssel versperrt", sagte der Bürgermeister. Andere Schülerinnen konnten sich durch Sprünge aus den Fenstern der oberen Stockwerke retten. Insgesamt gab es laut Behördenangaben 22 Verletzte.

Feuer breitete sich im gesamten Gebäude aus
Der Brand brach laut Provinzgouverneur Mahmut Demirtas am Dienstag gegen 19.25 Uhr (17.25 Uhr MEZ) aus und breitete sich rasch im gesamten dreistöckigen Gebäude aus. Ersten Erkenntnisse zufolge wurde er durch einen elektrischen Defekt ausgelöst. Erst nach drei Stunden war das Feuer unter Kontrolle.

Proteste in Ankara nach Brand
In der Hauptstadt Ankara musste die Polizei mit Tränengas gegen wütende Demonstranten vorgehen, die nach dem tödlichen Brand zum Bildungsministerium vordringen wollten. Zahlreiche der rund 150 Kundgebungsteilnehmer wurden laut einem AFP-Reporter festgenommen. Zu der Kundgebung aufgerufen hatten mehrere Lehrergewerkschaften und Frauenrechtsbewegungen.

Die kurdische Opposition warf den Behörden Nachlässigkeit vor. Das Internat wird laut Informationen der Lehrergewerkschaft Egitim-Is von der einflussreichen sunnitischen Süleymanci-Bewegung betrieben. Angehörige der jungen Opfer berichteten Medien, sie hätten ihre Kinder in der Privatschule eingeschrieben, da das einzige staatliche Internat in der Region wegen umfangreicher Renovierungen geschlossen war. Laut Vize-Regierungschef Veysi Kaynak war das Internat erst im Juni von Vertretern des Bildungsministeriums kontrolliert worden.

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