So, 19. November 2017

Böller-Prozess

30.11.2016 11:23

Graz: Angeklagter entging Brandanschlag nur knapp

Kurz bevor am Mittwoch der Böller-Prozess in Graz fortgesetzt werden konnte, ist der Hauptangeklagte nur knapp einem Brandanschlag entgangen. Er habe in der Früh einen als Brandbombe präparierten Fünf-Liter-Benzinkanister zwischen seinem Auto und dem seiner Frau entdeckt, so der Beschuldigte. Am 17. November 2014 waren illegale Böller in der steirischen Ortschaft Kapfenstein explodiert. Zwei Menschen starben.

Beide Fahrzeuge waren vor dem Haus des Mannes abgestellt. Aus dem Kanister ragte eine abgebrannte grüne Zündschnur. Glücklicherweise dürfte die Zündschnur aber erloschen sein, ehe es zu einer fatalen Explosion kommen konnte.

"Es gab einen Zwischenfall"
"Es gab einen Zwischenfall", hieß es dazu zunächst bei Gericht. Beim Eintritt in den Verhandlungssaal wurden dann alle Personen strengstens kontrolliert, nicht einmal Handyladekabel oder Pinzetten durften mitgenommen werden. Der Verhandlungssaal selbst wurde von Sprengstoffexperten durchsucht.

Ehe das Verfahren - das am 7. Oktober vertagt worden war - wieder aufgenommen wurde, klärte die Richterin die Anwesenden über den Grund der Verspätung auf. Über die Hintergründe bzw. die Täterschaft rund um den Anschlagversuch ist noch nichts bekannt, die Ermittlungen laufen.

Ein Angeklagter bereits verurteilt
Der Prozess rund um die tödliche Böller-Explosion läuft bereits seit Anfang Oktober. Einer der neun Angeklagten, ein ehemaliger Polizist und nunmehriger Pyrotechniker, wurde vom Schöffengericht wegen Falschaussage und versuchter Begünstigung bereits zu vier Monaten bedingter Haft sowie einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt.

Zwei Männer bei Explosion getötet
Der Hauptangeklagte soll die illegale Produktion von Sprengmitteln in Privathäusern aufgezogen und beauftragt haben. Zwei mit ihm befreundete Brüder waren im November 2014 in Kapfenstein mit der Herstellung beschäftigt. Am 17. November explodierten 25 Kilogramm Sprengstoff, der jüngere Bruder (28) sowie der Vater (57), der sich in der Nähe befand, waren sofort tot.

Auch zahlreiche umliegende Häuser wurden durch die enorme Druckwelle erheblich beschädigt, unzählige Ziegel wurden von den Dächern gefegt. Sogar ein Bewohner in 1,4 Kilometern Entfernung hatte ein kaputtes Fenster gemeldet.

Der Prozess wurde schließlich erneut vertagt. Da einige Zeugen erkrankt sind, konnte noch kein neuer Termin festgesetzt werden.

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