Do, 18. Jänner 2018

"Ungerecht"

30.11.2016 09:15

Pensionistin kämpft vergeblich um Behindertenpass

Ungerecht behandelt fühlt sich Elisabeth Schindl aus Innsbruck. Seit über einem Jahr kämpft die Pensionistin, die unter beweglichen Einschränkungen leidet, um einen Behindertenausweis - bisher vergeblich, weil der Grad ihrer Behinderung zu niedrig ist. Das will sich die 65-Jährige aber nicht gefallen lassen. Sie möchte nun eine Diskussion um die geltenden Prozentgrenzen anregen.

Im Jahr 2010 war Elisabeth Schindl nicht gerade vom Glück verfolgt. Zuerst ein verheerender Sturz mit dem Fahrrad - das Ergebnis: eine totale Knöchelzertrümmerung - dann auch noch zwei Hüftoperationen. Bis heute leidet die Pensionistin an den Folgen. Kurze Strecken zu Fuß schafft sie gerade noch. "Doch nach 150 Metern meldet sich schließlich mein Kreuz und meine Knie fangen zu zittern an. Ohne meine Krücken wird’s dann sehr schwierig", schildert die Frau der "Krone."

Ein Behindertenausweis würde ihr Leben um einiges erleichtern, wie Schindl meint. Doch ein solcher blieb ihr bisher verwehrt. Es scheiterte an einer Prozentgrenze. Ein solcher Pass wird von der Behörde nämlich erst dann ausgestellt, wenn der Grad der Behinderung bzw. die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 50 Prozent beträgt.

"Komm’ Weg nicht nach"

Ein Arzt diagnostizierte bei der 65-Jährigen aber nur 40 Prozent. "Mir ist klar, dass sich die Ärzte an die Regeln halten müssen und die Behörde nur ihre Arbeit macht. Ich will auch niemanden anschwärzen, aber ungerecht finde ich es trotzdem", ergänzt Schindl. Die Begründung folgt prompt: "Ein Bekannter hat Krebs. Trotz seiner Erkrankung springt er auf den Bergen herum, geht zum Schwammerlsuchen und ist fleißig mit dem Fahrrad unterwegs. Er besitzt einen Behindertenausweis - und ich komme dem Weg nicht nach."

"Gewiss kein Einzelfall"

Schwierig wird es für sie vor allem dann, wenn sie in der Stadt Erledigungen zu machen hat. "Da bin ich mit dem Bus noch besser dran, denn einen Parkplatz zu finden, ohne dass man dann weit gehen muss, ist alles andere als leicht", erklärt Schindl, die davon überzeugt ist, dass viele Menschen ihr Schicksal teilen und dass es jene, die am Land wohnen, noch schwieriger haben als sie selbst.

Die 65-Jährige will nun allen Verantwortlichen einen Denkanstoß geben. "Körperliche Einschränkungen sollten nicht in Prozente angegeben werden. Wird darüber diskutiert, bin ich schon froh. Und im nächsten Jahr versuche ich mein Glück einfach erneut."

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