Mo, 20. November 2017

Wer wen unterstützt

29.11.2016 21:39

Hofburg-Wahl: Promis ließen ihre Deckung fallen

Nur noch fünf Tage, dann sollten wir wissen, wer Österreichs neuer Bundespräsident sein wird. Die Prognosen der Polit-Experten lassen - wie schon bei der annullierten ersten Stichwahl am 22. Mai - ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten. Während das Land also quer durch die Bevölkerung tief gespalten scheint, hat zumindest bei Österreichs High Society Alexander Van der Bellen die Nase vorn ...

krone.at präsentiert eine Liste prominenter Unterstützter für Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Christoph Waltz (Van der Bellen): "Österreich kann es sich überhaupt nicht leisten, nur nach innen zu schauen und damit sein Ansehen in der Welt zu ruinieren. Wer nicht wählt, darf sich nachher nicht beklagen." Waltz hatte schon die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten als "Desaster" bezeichnet.

Hubert von Goisern (Van der Bellen): Schon nach Van der Bellens Sieg in der später annullierten Stichwahl am 22. Mai hatte der Musiker - der sogar einen Song für VdB komponierte - von einem "wunderbaren Tag für Österreich" gesprochen. Vor wenigen Tagen bekräftigte er seine Ablehnung gegen Norbert Hofer: "Ich stehe für eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft, für den Abbau der Ängste vor dem Fremden und Neuen und nicht für das Schüren derselben." Das "reaktionäre Denken" und die "aufwieglerische Sprache der blauen Wortführer" lehne der Oberösterreicher ab.

Aufregung gab es zuletzt, als Hubert von Goisern die FPÖ und ihre Hauskapelle John Otti Band aufgefordert hatte, auf seine Lieder bei Wahlveranstaltungen von Hofer zu verzichten. In einem offenen Brief an das FPÖ-Wahlkampfteam und die Band kritisierte Goisern "die fremdenfeindlichen Ansichten Hoferscher Politik" und bat, von der weiteren Verwendung seiner Musik Abstand zu nehmen.

Andreas Laun (Hofer): "So wie das Angebot jetzt ist, kann man nur Hofer wählen und beten für ihn und für Österreich", schrieb der stets diskussionsfreudige Salzburger Weihbischof in einem Gastbeitrag auf kath.net.

Rainhard Fendrich (Van der Bellen): Der Austropop-Musiker glaubt nicht daran, dass Norbert Hofer Präsident wird. "So weit wird es nicht kommen." Die politische Entwicklung bereitet ihm Sorge, aber: "Ich verwehre mich dagegen zu sagen, dass die Hälfte der Österreicher rechts ist." Alexander Van der Bellen darf Rainhard Fendrichs Hymne "I am from Austria" übrigens für den Wahlkampf verwenden. Zumindest ein wenig schmerzen könnte diese künstlerische Unterstützung die FPÖ: 2015 hatte sich die Partei die Textzeile "Do kumm i her, do g'hear i hin" für ein Wahlplakat ausgeliehen - allerdings ohne Fendrich vorher zu fragen. Der reagierte pikiert: Wie berichtet, forderte Fendrich die Partei zur Unterlassung auf.

Felix Baumgartner (Hofer): "Norbert Hofer ist der Einzige, der Österreich entsprechend präsentieren kann. Nachdem unser Verlegenheits-Präsident Heinz Fischer, der bei jeder schwierigen Entscheidung dem Kopf eingezogen hat, nun endlich Geschichte ist, brauchen wir einen neuen Präsidenten", so der Extremsportler. Van der Bellen hält er - wir berichteten - für "zu alt und zu ausgebrannt".

Erwin Steinhauer (Van der Bellen): "Sollten wir Österreicher eine weltoffene, liberale, solidarische Gesellschaft sein, dann brauchen wir Alexander Van der Bellen für das höchste Amt im Staate!", so der Schauspieler.

Werner Otti (Hofer): "Ich wähle Norbert Hofer, weil er als Einziger wirklich für Österreich steht. Das zeigt sich in der Flüchtlingsfrage, bei TTIP oder beim Kampf für unser Wasser gegen internationale Großkonzerne", so der Sänger der John Otti Band. Die John Otti Band ist auch die Hauskapelle der FPÖ.

Klaus Eberhartinger (Van der Bellen): Fünf Tage vor der Wahl hat sich der EAV-Frontman mit einer Videobotschaft an die Wähler gewandt. "Ich bin der Meinung, man sollte den Van der Bellen wählen. Den Sascha, weil der steht für Werte, die, glaube ich, uns allen wichtig sind", so die Austropop-Legende im Video.

Karl-Heinz Grasser (Hofer): "Van der Bellen hat sicher Qualitäten, aber Hofer hat das bessere Alter und scheint das Amt lebendiger interpretieren zu wollen", sagte der Ex-Finanzminister, der derzeit mit einer Anklage in den Affären Buwog und Terminal Tower konfrontiert ist, Ende Juli. Er wird also seinem vormaligen Parteifreund Hofer die Stimme geben.

Hugo Portisch (Van der Bellen): "Van der Bellen hat meine volle Unterstützung. Er ist ein Kandidat, der von Anfang an und immer eine europäische Verantwortung für Österreich gesehen und der auch Österreichs Platz in Europa von Anfang an erkannt und getragen hat. Ein Österreich ohne Europa ist für mich undenkbar", so die 89-jährige Journalisten-Legende.

Reinhold Lopatka (Hofer): "Er ist für mich der bessere Kandidat", erklärte der ÖVP-Klubchef am vergangenen Donnerstag in der "Krone". Lopatka begründete das damit, dass Hofer "als Dritter Nationalratspräsident gezeigt hat, dass er für ein hohes Amt geeignet ist". Sein Vorsitz bei den Plenardebatten sei einwandfrei gewesen, alle Fraktionen hätten das positiv bewertet.

Christine Nöstlinger (Van der Bellen): "Ich wähle Van der Bellen, weil er exakt der Bundespräsident wäre, auf den ich stolz sein könnte. Vor allem aber stimme ich für ihn, weil es gilt, den 'Überkanzler' Hofer samt seinem irren Amtsverständnis zu verhindern", so die Schriftstellerin.

Richard Lugner (Tendenz Hofer): "Da Van der Bellen ausgeschlossen hat, die Blauen in die Regierung zu holen, wäre mit ihm das Weiterwursteln von Rot-Schwarz garantiert", sagte der Baumeister. Seine Tendenz zu Hofer gilt als evident.

Ursula Strauss (Van der Bellen): "Ich unterstütze Van der Bellen, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass er der richtige Mensch ist, um unser Land im In- und Ausland zu vertreten. Ich mag seine besonnene Art, seine Klugheit, Kompetenz und die Tatsache, dass für ihn die Menschenrechte oberstes Gebot sind", so die Schauspielerin.

Tobias Moretti (Van der Bellen): "Was selbstverständlich scheint, ist es nicht", so der Schauspieler.

Fritz Grillitsch (Hofer): "Ich werde Hofer wegen der Dämonisierung von Mitte und Mitte-Rechts wählen", sagte der ehemalige ÖVP-Bauernbundpräsident.

Harald Krassnitzer (Van der Bellen): "In Zeiten mit großen und schwierigen Herausforderungen für unsere Heimat, aber auch für Europa brauchen wir einen Bundespräsidenten, der die Gesellschaft zusammenhält und nicht spaltet. Deswegen unterstütze und wähle ich Alexander Van der Bellen", so der Schauspieler.

Weitere Promis, die sich offen zu VdB bekennen: Tobias Moretti (Schauspieler), Angelika Kirchschlager (Schauspielerin), Adele Neuhauser (Schauspielerin), Josef Hader (Kabarettist), Willi Resetarits (Museiler (Ex-ORF-Chef), Franziska Weisz (Schauspielerin), Hans Sigl (Schauspieler), Andreas Vitasek (Kabarettist), Andrea Eckert (Schauspielerin), Andre Heller (Künstler), Marianne Mendt (Musikerin und Schauspielerin), Manuel Rubey (Schauspieler), Katharina Stemberger (Schauspielerin), Thomas Stipsits (Schauspieler), Erwin Steinhauer (Schauspieler), Gert Steinbäcker (Musiker). Die vollständige Liste des VdB-Personenkomitees finden Sie hier.

Hofer zu VdB: "Sie haben die Hautevolee, ich die Menschen"
Schon im Zuge der ersten Stichwahl war Van der Bellens Personenkomitee Thema. Als der Ex-Grünen-Chef in einer TV-Diskussion auf Puls 4 darauf verwies, prominente Unterstützer zu haben, konterte Hofer mit dem Satz: "Es gibt einen großen Unterschied zwischen uns beiden: Sie haben die Hautevolee und ich habe die Menschen."

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