Sa, 25. November 2017

Krieg auf Twitter

29.11.2016 07:40

„Illegal gevotet“: Trump verärgert Bundesstaaten

Zwei Millionen mehr Menschen hatten bei der US-Wahl am 8. November für Hillary Clinton gestimmt als für den künftigen Präsidenten Donald Trump. Diese Tatsache hat den designierten Staatsführer so verstimmt, dass er am Wochenende per Twitter Vorwürfe laut werden ließ, "Millionen Menschen" hätten "illegal" abgestimmt. In den drei angegriffenen Bundesstaaten hat das für Verärgerung und Unverständnis gesorgt.

In den von Clinton gewonnenen Bundesstaaten Virginia, New Hampshire und Kalifornien habe es ernsthaften Wahlbetrug gegeben, so Trump. Würde man diese Millionen Stimmen abziehen, hätte er nicht nur die für seinen Sieg entscheidende Mehrheit der Wahlleute gewonnen, sondern auch die meisten Stimmen insgesamt.

"Die Wahl war fair, alle Stimmen wurden exakt gezählt", sagte Edgardo Cortés von der Wahlkommission Virginias am Montagabend zu Fox News. Für Kalifornien erklärte Innenminister Alex Padilla: "Allem Anschein nach ärgert sich Trump darüber, dass eine Mehrheit der Amerikaner ihn nicht gewählt hat." Auch ein Vertreter New Hampshires wies Trumps Vorwürfe zurück.

Für den Wahlausgang ist unerheblich, wie viele Stimmen ein Präsidentschaftskandidat erhält, weil Trump mehr Stimmen im Gremium der Wahlleute für sich geholt hat. Das ist wahlentscheidend.

Mindestens ein Bundesstaat zählt neu aus
Nach dem bisherigen Stand hat Clinton unter dem Strich landesweit mehr als zwei Millionen Stimmen mehr als Trump erhalten. Auf Initiative der US-Grünen wird zudem das Ergebnis in mindestens einem US-Bundesstaat wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten neu ausgezählt. Zwei weitere sollen folgen. Hätte Clinton in allen drei die Nase vorne gehabt, wäre sie Präsidentin geworden.

Es gilt zwar als unwahrscheinlich, dass eine Neuauszählung etwas am Sieg Trumps ändert - zumal noch nicht einmal klar ist, ob sich Pennsylvania und Michigan überhaupt Wisconsin anschließen und die Prozedur wiederholen. Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Jill Stein, will aber nach eigenen Angaben zumindest sicherstellen, dass das US-Wahlsystem integer ist.

Trump schimpft los - Beweise kann er nicht liefern
Trump bezeichnete den Vorgang als "lächerlich" und schimpfte wie gewohnt auf Twitter los. Am Sonntag setzte er dann mit einer Serie von Tweets nach: "Zusätzlich zu meinem Erdrutschsieg bei den Wahlleuten habe ich auch die Mehrheit der insgesamt abgegebenen Stimmen erhalten, wenn man die Millionen Leute abzieht, die illegal gewählt haben." Ein paar Stunden später schrieb er von "schwerem Wählerbetrug in Virginia, New Hampshire und Kalifornien" - drei Staaten, in denen Clinton besser abgeschnitten hatte.

Belege für seine Vorwürfe lieferte Trump nicht. Stattdessen warf er den Medien vor, tendenziös zu sein, weil sie über die Vorfälle in den von ihm genannten Staaten nicht berichteten. Dies sei ein "großes Problem". Für seine Tweets kritisiert, legte er nach: Die "schlechten Reporter" hätten keinen Beweis, dass "Donald Trump nicht Opfer eines Wahlbetrugs gewesen" sei.

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