Do, 23. November 2017

Student werkte mit

28.11.2016 21:29

Disney-Film mit Salzburger Handschrift

Es ist die wohl renommierteste Adresse des animierten Kinofilms: Walt Disney! Ein Student der FH Puch-Urstein hat es geschafft, er werkte beim neuen Streifen "Moana" (Europa-Titel: "Vaiana") als Technischer Direktor mit. Möglich machte das alles eine Kaffee-Panne und ein T-Shirt.

Yafes Sahin (29) ist ein Weltenbummler und stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen: Geboren in Wien absolvierte er an der Fachhochschule Puch-Urstein gleich ein Doppelstudium: MultiMediaArt und MultiMediaTechnology, mit seinem Abschluss 2012. Den Master für Technical Directing machte er dann am Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg (D). Der Film war dabei immer schon sein Ziel. Dass es gleich die Walt Disney Animation Studios in Los Angeles werden, daran hat nicht einmal er selbst gedacht. Dabei war es der Zufall, der Sahin dorthin brachte. Als Student arbeitete er auf einer großen Messe, wo auch die Prominenz der Filmindustrie mit dabei war. "Dort habe ich mir den Kaffee aufs T-Shirt gekleckert", erinnert er sich. Und um die "peinliche Situation" zu überspielen, bat er einen Kollegen um dessen T-Shirt.

Der war niemand geringerer als Rajesh Sharma, Technologie-Manager bei Disney, der ihm spontan sein Disney-Crew-Shirt gab. "Als ich ein Jahr später in den Disney-Studios war, kannte mich dort namentlich zwar keiner, die Geschichte dafür jeder", schmunzelt Sahin. Wenige Wochen später war er selbst im Team dabei und zog im Mai 2015 nach Los Angeles. Sein dortiges Projekt: "Moana", der neueste 3D-Animationsfilm eben aus dem Hause Disney. In Europa erscheint der Streifen um Weihnachten unter dem Titel "Vaiana" und handelt von einer kleinen Prinzessin und ihrem Segelboot, auf dem sie zusammen mit dem Halbgott Maui eine sagenumwobene Insel sucht. In der Originalfassung leihen Superstars wie Auli'i Cravalho und Dwayne Johnson dafür ihre Stimmen her, im Deutschen mitunter Sänger Andreas Bourani.

Technik-Vortrag am Montag
Sahin hingegen war im 20-köpfigen Team für die technischen Effekte zuständig, insgesamt arbeiteten an dem Film gut 1000 Leute. "Da der Film sehr viel auf dem Wasser spielt, war das natürlich eine unserer Hauptaufgaben", lächelt Sahin und nur eine von vielen Animationen, die durch aufwändige Visual Effects (VFX) täuschend echt aussehen. 18 Monate dauerte insgesamt sein Engagement im Hause Disney. "Immer wieder kamen berühmte Personen vorbei", erinnert er sich an Animations-Ikone John Musker ("Basil", "Aladdin", "Arielle" u.v.m.) oder Informatik-Star Edwin Catmull ("Peter Pan", "Pinocchio") und vor allem an die offene Firmenphilosophie bei Disney, mit flachen Hierarchien, Offenheit und viel Transparenz im Studio. Wieviel Technik hinter einem solchen Film steckt, das erläuterte Sahin Montagabend bei seinem Vortrag an der Fachhochschule. "Da es sich um einen Studiengang handelt, der sehr praxisorientiert ist, habe ich wenig Schwierigkeiten gehabt mit den hohen Anforderungen standzuhalten", weiß er um die Programmier-Kenntnisse, die er beim MMT-Studium in Salzburg gelernt hat.

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