So, 19. November 2017

Pilotenstreik

28.11.2016 17:29

AUA-Mutter Lufthansa streicht weitere 1700 Flüge

Bei der AUA-Konzernmutter Lufthansa fallen wegen des Streiks ihrer Piloten am Dienstag und Mittwoch insgesamt 1700 Flüge aus, wie die Airline am Montag mitteilte. Die Flugzeugführer legen ab Mitternacht für den gesamten Dienstag die Arbeit auf Kurzstrecken der Lufthansa nieder. Am Mittwoch folgt dann ein 24-Stunden-Streik auf Kurz- und Langstrecken. Die Lufthansa scheiterte mit dem Versuch, den Streik gerichtlich zu stoppen.

Lufthansa-Kunden konnten zu Wochenbeginn vorerst aufatmen, die deutsche AUA-Mutter konnte am Montag zu ihrem normalen Flugplan zurückkehren und bot sämtliche Verbindungen wie vorgesehen an. Doch bereits am Dienstag geht der Arbeitskampf der Piloten, die sich im Tarifkonflikt mit der Fluggesellschaft weiter hart zeigen, weiter. "Streiks über Mittwoch hinaus sind möglich", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Bisher seien keine neuen Verhandlungen mit Lufthansa angesetzt. Man sei aber immer gesprächsbereit.

In Österreich insgesamt 24 Flüge betroffen
In Wien fallen am Dienstag wieder 22 Flüge aus, in Graz sind laut Lufthansa-Homepage zwei Flüge betroffen. Für Mittwoch werden in Österreich noch keine Ausfälle gemeldet. Betroffenen Passagieren wird empfohlen, sich mit der Fluglinie wegen allfälliger Umbuchungen in Verbindung zu setzen. Aktuelle Infos können auch auf der Homepage des Flughafens Wien und der Lufthansa abgerufen werden.

Gewerkschaft fordert mehr Geld für Piloten
Die VC hatte die größte deutsche Airline bereits von Mittwoch bis Samstag größtenteils lahmgelegt. Die Tarifauseinandersetzung zieht sich bereits seit April 2014 hin. Die Arbeitnehmervertretung fordert für rund 5400 Lufthansa-Piloten mehr Geld. Aussichten auf eine Einigung gibt es derzeit nicht.

Am Sonntag war ein Gespräch der Gewerkschaft mit Lufthansa-Vorständen gescheitert. Die VC begründete ihre nunmehrige Streik-Ankündigung damit, dass das kurzfristig anberaumte Spitzengespräch "kein Ergebnis gebracht" habe. An den vergangenen Streiktagen hatte die Lufthansa mit Sonderflugplänen auf den Ausstand reagiert. Die Gewerkschaft kündigt bisher Streiks mit einem Vorlauf von mindestens 24 Stunden an.

Zuletzt hatten die streikenden Piloten die Lufthansa am Samstag zur Absage von 137 Flügen, darunter 88 Interkontinentalverbindungen, gezwungen. Am Sonntag wurde "aus Rücksicht auf die Kunden" nicht gestreikt. Dennoch fielen noch 35 Verbindungen den Spätfolgen des Streiks zum Opfer. Nun muss die Airline erneut einen Sonderflugplan aufstellen. Wie der aussehen wird, ist noch nicht bekannt.

Gericht: "Streiks nicht rechtswidrig"
Das Arbeitsgericht München lehnte am Montag Eilanträge des Unternehmens ab, die Streiks verbieten zu lassen. Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Streikmaßnahmen seien "nicht offensichtlich rechtswidrig", teilte das Gericht mit. Der von der Fluggesellschaft angeführte Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz liege nicht vor. Die Lufthansa erklärte, sie werde nun die Urteilsbegründung "sowie mögliche weitere rechtliche Schritte prüfen". Das Gericht erklärte allerdings, der Konzern habe bereits Rechtsmittel eingelegt. Damit dürfte nun das Landesarbeitsgericht München mit dem Fall befasst werden.

Ausgang des Streits noch völlig offen
Wie eine Lösung des festgefahrenen Streits aussehen könnte, ist völlig offen. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens hatte die VC am Sonntag via Medien erneut zu Gesprächen aufgerufen. "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt", sagte Volkens gegenüber der "Bild am Sonntag". Man müsse einen Kompromiss finden, mit dem beide Partner leben können. "Das kann nicht durch Streik erzwungen werden."

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