Sa, 18. November 2017

Pollen-Sturm

27.11.2016 13:08

Sechs Tote nach „Asthma-Gewitter“ in Australien

Im australischen Melbourne sind nach einem als "Asthma-Gewitter" bezeichneten Wetterphänomen sechs Menschen gestorben. Tausende Einwohner der Metropole hatten nach einem schweren Sturm, der massenhaft feuchte Pollenteilchen in der Luft verteilte, so starke Atembeschwerden, dass sie medizinisch versorgt werden mussten.

Es war, als hätte ein Elefant einen Fuß auf meiner Brust, wird David McGann, der ebenfalls unter starken Atembeschwerden litt, auf der Website des öffentlich-rechtlichen Senders ABC zitiert. Fünf Opfer des "Asthma-Gewitters" lagen auch am Sonntag noch auf der Intensivstation, drei von ihnen kämpften um ihr Leben.

Spitäler und Rettungskräfte überfordert
Der Ansturm von Menschen mit akuten Asthma-Beschwerden überforderte auch die Spitäler und Rettungskräfte der Stadt. Der Sturm sei eine "Erinnerung" daran, dass die Regierung die Rettungsdienst ausbauen müsse, sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria und kündigte an, umgerechnet 351 Millionen Euro in des Ausbau des Rettungsystems zu investieren.

Der Sturm hatte Anfang der Woche Weidelgraspollen zum Platzen gebracht und über der zweitgrößten Stadt des Landes verteilt. Die allergenen Partikel drangen tief in die Lungen ein und lösten bei zahlreichen Menschen Asthmaanfälle aus. Rund ein Drittel der rund 8500 Patienten, die mit Beschwerden in Krankenhäuser der australischen Metropole eingeliefert wurden, hatten zuvor noch niemals über derartige Probleme geklagt, berichteten australische Medien.

Phänomen wurde 1987 erstmals dokumentiert
Zum ersten Mal wurde das Wetterphänomen "Asthma-Gewitter" im Jahr 1987 in Melbourne beobachtet und dokumentiert. Ähnliche Berichte von einem drastischen Anstieg von Asthma-Beschwerden wurden seither auch aus Großbritanien, Kanada, den Vereinigten Staaten und Italien gemeldet.

Wie Forscher im Rahmen einer bereits 2007 veröffentlichten Untersuchung herausgefunden haben, müssen mehrere Faktoren zusammentreffen, damit ein derartiges "Asthma-Gewitter" ausgelöst wird. Zum einen bedarf es einer großen Menge an Gräserpollen oder Pilzsporen, zum anderen braucht es einen starken Sturm, der das allergene Material in bewohnte Gebiete weht. Notwendig sei zudem z.B. Wasser, das die Ähren oder Pilzsporen aufbricht und solcherart feinste allergene Partikel freisetzt, so die Wissenschaftler.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden