Sa, 25. November 2017

Clinton-Lager dafür

27.11.2016 10:37

Trump: Neuauszählung in Wisconsin „Schwindel“

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat den Antrag der Grünen-Kandidatin Jill Stein auf eine Neuauszählung im Bundesstaat Wisconsin als "Schwindel" bezeichnet. Stein fülle damit nur ihre eigenen Taschen, den Großteil der Spenden werde sie niemals für diese "lächerliche Neuauszählung" ausgeben, so Trump am Samstag. Die Ergebnisse der Wahl sollten respektiert werden, forderte er.

Das Wahlkampfteam der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton will sich einem ihrer Berater zufolge an der Neuauszählung der Stimmen in mehreren US-Staaten beteiligen. Zwar hätten eigene Nachforschungen keine Hinweise auf Hackerangriffe gefunden und sie sich daher auch nicht um eine Neuauszählung bemüht, teilte Marc Elias am Samstag mit, da diese nun aber in Wisconsin beantragt worden sei, wolle das Team einen fairen Ablauf sicherstellen.

Die Clinton-Wähler hätten ein Recht darauf, dass sich ihr Team an "den laufenden Verfahren" beteilige, um eine "genaue Stimmzählung" zu garantieren, so Elias. Bei ihnen seien nach Bekanntwerden eines Manipulationsverdachts bei der US-Wahl "Hunderte von Nachrichten, E-Mails und Anrufe" mit Aufforderungen zu handeln eingegangen.

Stein hatte am Freitag bei der Wahlkommission von Wisconsin eine Petition für die Neuauszählung der Stimmen eingereicht und strebt zudem Neuauszählungen in Pennsylvania und Michigan an. Die US-Grünen haben nach eigenen Angaben 5,8 Millionen Dollar (5,48 Mio. Euro) dafür an Spenden gesammelt. Obwohl Experten Steins Initiative kaum Chancen einräumen, dürfte sie die Debatte um die Legitimität von Trumps Sieg weiter anheizen.

Computer-Experten hatten darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien und deswegen in anderen US-Staaten, etwa Kalifornien, nicht benutzt werden dürfen. Die favorisierte Clinton hatte in Stimmbezirken, in denen Wahlmaschinen benutzt wurden, deutlich schlechter abgeschnitten als in Wahllokalen, wo auf handgeschriebene Stimmzettel gesetzt worden war.

Am 19. Dezember wählen Wahlleute formell den Präsidenten
Der republikanische Wahlsieger Trump hatte die drei US-Staaten mit knappem Vorsprung vor seiner demokratischen Konkurrenten Clinton gewonnen. Die ehemalige US-Außenministerin hatte bei der Wahl zwar landesweit mehr Stimmen als Trump erhalten - rund zwei Millionen sogar -, die Mehrheit im entscheidenden Wahlleute-Gremium aber deutlich verfehlt. Würde sie nach einer Nachzählung in den drei Staaten zur Siegerin erklärt werden und deren Wahlleute-Stimmen erhalten, hätte sie die Mehrheit. Allerdings müsste dies bis zum 19. Dezember feststehen, wenn die Wahlleute ihre Stimmen abgeben und damit formell den Präsidenten wählen.

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