Di, 24. April 2018

Innsbruck

26.11.2016 11:01

Obdachloser: „Leb' ich morgen Früh noch?“

Die Nächte werden zunehmend kühler und rauer - und während Politiker & Co. über Schlafverbote oder Notquartiere debattieren, hat der harte Überlebenskampf für viele Obdachlose längst wieder begonnen. Ein Betroffener schildert der "Krone", wie es auf der Straße zugeht und welch heimtückische Gefahren dort lauern.

Rene (Name geändert) ist seit über einem Jahr obdachlos. Er ist unschuldig zum Handkuss gekommen, wie er sagt. "Zuerst verlor ich meine Arbeit wegen gesundheitlichen Problemen, dann war auch bald die Wohnung futsch", schildert der Innsbrucker sein Schicksal. Seither kämpft er sich mit der Notstandshilfe über die Runden. Eine Wohnung zu finden sei unter diesen Umständen und nicht zuletzt aufgrund der hohen Mietpreise schier unmöglich.

"Man kann es sich nicht leisten, krank zu werden"

Einen Winter hat Rene bereits im Freien verbracht - im Zelt unter der Autobahnbrücke. "Es ist ein täglicher Kampf ums nackte Überleben. Immer wieder stellt man sich am Abend die Frage, ob man am nächsten Tag noch aufwacht", erzählt Rene und ergänzt: "Es ist feucht und kalt. Man kann es sich auf der Straße nicht leisten, krank zu werden."

Notschlafstellen werden oft gemieden

In eine Notunterkunft will er nicht. "Und da bin ich übrigens nicht der einzige Obdachlose, dem das so geht." Dort könne es mitunter gehörig zur Sache gehen. Vor allem Nordafrikaner sollen immer wieder für Probleme und Sticheleien sorgen.

Und offenbar nicht nur dort. "Viele Obdachlose hausen auch in der Sillschlucht, wo sie aus Müll Baracken bauen. Diese werden von den Nordafrikanern oft zerstört, weil sie in der Schlucht ihre Drogen bunkern", erzählt Rene weiter. Und auch er selbst sei mittlerweile von seinem Platz unter der Brücke vertrieben worden - die kommenden kalten Monate wird er nun im Wald verbringen. Mit seinem einfachen Zelt, seinem Schlafsack und den wenigen Habseligkeiten, die ihm noch geblieben sind…

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