Do, 19. April 2018

Sanierungsverfahren

25.11.2016 13:54

Wiener Spieleschmiede Sproing ist insolvent

Der Wiener Spieleentwickler Sproing ist insolvent. Die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 berichteten am Freitag, dass über die Spieleschmiede mit rund 100 Dienstnehmern ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde. Die Passiva betragen insgesamt rund 2,8 Millionen Euro. Die Gläubigerzahl beläuft sich auf rund 35. Das Unternehmen hat sich zu einer Restrukturierung im Rahmen eines Sanierungsverfahrens entschlossen.

Von den 2,8 Millionen Euro entfallen laut AKV rund 1,5 Millionen Euro auf Banken, Finanzamt und andere Gläubiger, der Rest betrifft Mitarbeiterforderungen. Die Ursache der Insolvenz liegt laut Firmenangaben im Ausfall eines Spieleprojektes, in das erheblich investiert, worden sei. Der Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren vor.

Die Restruktierung wird einer Mitteilung des Unternehmens zufolge einen Stellenabbau nach sich ziehen. Insgesamt sollen zwei Entwicklungsteams abgebaut werden. Die Mitarbeiter in den anderen Teams blieben der Firma erhalten und würden an den aktuellen Projekten weiterarbeiten. Dieser Schritt habe keine negativen Auswirkungen auf aktuelle Projekte, die Firma werde fortgeführt, hieß es.

"Projekte haben leider nicht den gewünschten Erfolg gehabt"
Gründer und CEO Harald Riegler: "Die letzten 15 Jahre haben viele Veränderungen mit sich gebracht und die heutige ist sicher eine der schwierigsten. Manche unserer Projekte funktionieren gut, andere haben leider nicht den gewünschten Erfolg gehabt, was uns nun zu diesem Schritt gebracht hat. Die logische Konsequenz daraus ist, dass wir uns auf die funktionierenden Projekte fokussieren, und mit diesen in die Zukunft gehen."

Allen Mitarbeitern, die man mit Anfang Dezember gehen lassen müsse, wünsche man alles Gute für die berufliche Zukunft, so Riegler weiter. "Wir haben bereits in deren Namen bei bekannten Studios angefragt und auch die Gründung eines neuen Studios aus unseren Ex-Mitarbeitern steht im Raum. Der Blick ist nach vorne gerichtet, bei allen 105 Mitarbeitern und das macht mich speziell nach diesem schwierigen Schritt sehr stolz."

Die Firma mit Fokus auf die Entwicklung mobiler Games für Handy und Tablets hat zum Teil recht bekannte Spiele entwickelt. Dazu gehören unter anderen "Schlag den Raab"-Spiele, "Asterix and Friends", "Panzer Tactics" und diverse "Moorhuhn"-Titel. Gegründet wurde die Gesellschaft 2001.

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