Mi, 25. April 2018

Online-Zensur in GB

25.11.2016 09:44

"Unkonventioneller Sex": Politiker fordern Verbot

"No Sex please, we're british": Ein neuer Gesetzesentwurf in Großbritannien will "unkonventionelle" Sex-Darstellungen im Internet verbieten. Kritiker sprechen von einer "lüsternen" Einmischung der Politik.

Der Gesetzesentwurf sieht laut "Guardian" vor, dass Internetprovider sämtliche Inhalte sperren müssen, die nicht von der britischen Filmprüfungsstelle - dem British Board of Film Classification - für den kommerziellen DVD-Verkauf zugelassen werden.

Darunter würden Bilder und Videos fallen, die Schläge oder Auspeitschungen zeigen, Urin, weibliche Ejakulation, Menstruation oder Sex in der Öffentlichkeit. Viele Mainstream-Websites für Erwachsene müssten demnach ganze Bereiche für das britische Publikum unzugänglich machen, berichtet der "Guardian".

"Sexpraktiken sollten Regierung nichts angehen"
Jodie Ginsberg von der Organisation Index on Censorship sieht darin eine Einmischung der Politik in das Sexualleben der Menschen: "Es sollte die Regierung nichts angehen, was für Sexpraktiken sich Erwachsene ansehen, solange sie im Einvernehmen stattfinden", sagte sie gegenüber der Zeitung.

Auch Befürworter strenger Altersbeschränkungen im Internet wie Clare McGlynn, Professorin an der Durham University und Expertin für "Porno-Recht", sehen das eigentliche Problem woanders: "Wenn wir Dinge wie Menstruationsblut oder Urinieren regulieren, lenkt das von den wirklich schädlichen Inhalten wie Kindesmissbrauch und sexueller Gewalt ab." Ihrer Meinung nach sei es "verrückt", Material zu zensieren, das "nicht einmal kriminelle Handlungen" zum Gegenstand habe.

"Four-Finger-Rule"
Großbritanniens Zensurpolitik hat dem Bericht nach allerdings schon früher zu bizarren Regeln zwischen Porno-Produzenten und Behörden geführt. Demnach wurde lange Zeit darüber gestritten, wie viele Finger maximal vor der Kamera in Körperöffnungen eingeführt werden dürfen. Am Ende habe man sich auf vier geeinigt.

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